Was KI in der eigenen Kanzlei kostet
Fünf Stufen, fünf Kostenstrukturen - und die Frage davor, die keine Preisliste beantwortet: Wie viel verbraucht Ihre Kanzlei überhaupt? Diese Seite rechnet es durch, statt auf ein Gespräch zu verweisen.
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Die meisten Anbieterseiten zu KI in der Kanzlei nennen keine Zahl. Sie nennen Datenhoheit, Souveränität und ein Beratungsgespräch. Diese Seite macht es umgekehrt: Sie stellt die fünf Stufen mit ihren Kostenstrukturen nebeneinander, legt die Verbrauchsrechnung offen und benennt die Schwelle, ab der wir vom Eigenbetrieb abraten.
Was auf allen Stufen gleich bleibt, ist die Rechtslage: Die Vertragskette nach § 203 Abs. 4 StGB, die Verpflichtung in Textform nach § 43e BRAO beziehungsweise § 62a StBerG und § 50a WPO, die Subprozessor-Dokumentation und der Drittland-Baustein. Die acht Glieder dieser Kette beschreibt die Seite zur 203er-Kette. Was die Stufe ändert, ist nicht das Recht, sondern wer die Schlüssel hält.
Fünf Stufen, fünf Kostenstrukturen
Die Beträge sind netto und entsprechen den Stufen der Angebots-Übersicht. Die Hardware-Größenordnungen stammen aus der Analyse zu selbstgehosteter Open-Source-KI.
| Stufe | Was Sie zahlen | Was Ihre IT leistet | Wofür die Stufe steht |
|---|---|---|---|
| 1 - Dedizierte Kanzlei-Instanz | 349 € / 790 € / 1.490 € im Monat (bis 10 / 25 / 50 Nutzer), je 100 € Modell-Budget inklusive | Registrierung, Subdomain. Kein Server, kein Tenant, keine Wartung | Sofort arbeitsfähig, ohne eigene Infrastruktur |
| 2a - Token und API | 99 bis 299 € Grundgebühr im Monat plus Token zum Einkaufspreis, ohne Aufschlag | Anbindung an die eigene Anwendung, eigenes Rechte- und Protokollkonzept | KI in bestehende Kanzlei-Software statt in ein zweites Fenster |
| 2b - Setup im eigenen Tenant | ab 5.000 € Setup, Compliance-Retainer 500 bis 1.500 € im Monat | Eigener Microsoft- oder Google-Tenant, Freigabeprozess beim Anbieter, Schlüsselverwaltung | Die Kanzlei hält die Schlüssel selbst |
| 2c - Betrieb in Ihrer eigenen IT | Hardware: Pilot ab rund 1.500 € (RTX 4090, 24 GB, quantisiert), Produktion rund 30.000 € (H100 oder A100, 80 GB), gehostet stattdessen 1.200 bis 2.500 € im Monat. Unser Projektanteil nach der Discovery | Beschaffung, Betrieb, Updates, Modell-Ablösung, Bereitschaft. Dauerhaft, nicht einmalig | Vollständige Kontrolle über Daten und Modelle |
| 3 - Managed 203er-Stack | Projektgeschäft, nach der Discovery beziffert. Kein Listenpreis, weil der Umfang an den Prozessen hängt | Fachliche Zuarbeit statt Betrieb: Wer beschreibt die Prozesse, wer gibt frei | Eigene Agenten und Integrationen, nicht nur ein Chatfenster |
Zwei der fünf Zeilen tragen bewusst keinen Preis. Das ist keine Verhandlungstaktik: Stufe 2c hängt daran, was in Ihrem Haus schon steht, Stufe 3 daran, welche Prozesse Agenten übernehmen sollen. Beides beziffern wir nach der Discovery statt vorher zu raten.
Und die vierte Zeile hat eine Eigenschaft, die die anderen nicht haben: Ihre Kosten hören nicht auf. Die Anschaffung ist der kleinere Teil. Wer Modelle selbst betreibt, trägt Betrieb, Sicherheitsaktualisierungen und die Ablösung abgekündigter Modelle - allein im laufenden Jahr betrifft das mehrere der gängigen Open-Weight-Modelle. Das ist kein Argument gegen den Eigenbetrieb. Es ist das Argument dafür, ihn nicht als Sparmaßnahme zu planen.
Wie viel verbraucht eine Kanzlei im Monat?
Das ist die Frage, an der jede Kostenrechnung hängt - und die keine Preisliste beantwortet, weil die Antwort am Aufgabentyp hängt, nicht an der Kanzleigröße. Deshalb hier die Größenordnungen, aus denen Sie Ihre eigene Rechnung bauen können.
| Aufgabe | Größenordnung | Was das heißt |
|---|---|---|
| Mandantenkorrespondenz, zwei Seiten | wenige tausend Token | Bruchteile eines Cents. Hier entscheidet nicht der Preis, sondern ob die Redaktion vor dem Modell-Aufruf greift |
| Vertragsanalyse, 30 Seiten | rund 20.000 Token | Im Cent-Bereich. Der typische Tagesbetrieb einer Kanzlei liegt hier |
| 400-Seiten-Akte zur Terminsvorbereitung | 250.000 bis 300.000 Token | Auf einem starken Reasoning-Modell gut zwei bis drei Euro je Durchlauf. Das ist der Posten, der ein Budget bewegt |
Daraus folgt eine Rechnung, die Sie selbst führen können: Das im Paket enthaltene Modell-Budget von 100 € trägt bei einem starken Reasoning-Modell in der Größenordnung von vierzig solcher Akten-Durchläufe im Monat. Für Korrespondenz und Vertragsanalyse reicht dasselbe Budget für ein Vielfaches davon. Wer regelmäßig große Akten durchläuft, plant Verbrauch über das Paket hinaus ein - wer überwiegend schreibt und prüft, in aller Regel nicht.
Der wirksamste Hebel dagegen ist kein Rabatt, sondern die Modellwahl je Aufgabe: Ein Routing, das einfache Anfragen auf günstigere Modelle legt und nur die schwierigen auf das teuerste, senkt den Verbrauch um 40 bis 60 Prozent. Das ist derselbe Mechanismus, der auch den 203er-Status trägt - denn welcher Bezugsweg gedeckt ist, hängt am Modell. Welches Modell über welchen Weg belegbar ist, führt der 203er-Modellkatalog.
Wann wir vom Eigenbetrieb abraten
Drei Konstellationen, in denen die eigene Hardware die falsche Entscheidung ist - unabhängig davon, dass wir sie liefern könnten.
Erstens
Die IT ist extern und halbtags
Ein Modellbetrieb braucht jemanden, der Sicherheitsaktualisierungen fährt und bei einem Ausfall am selben Tag reagiert. Wer diese Person nicht hat, kauft sich eine Abhängigkeit statt Unabhängigkeit.
Zweitens
Das Ziel ist Kostenersparnis
Gegen 9.480 € Paketkosten im Jahr amortisiert sich Produktions-Hardware für rund 30.000 € plus Betrieb bei einer Kanzlei mittlerer Größe nicht. Der Eigenbetrieb rechnet sich über Kontrolle, nicht über den Preis.
Drittens
Die Modellqualität ist entscheidend
Offene Modelle, die auf eigener Hardware laufen, haben in anspruchsvollen Aufgaben weiterhin Abstand zu den stärksten Modellen. Wer den nicht in Kauf nehmen will, braucht einen vertraglich abgesicherten Bezugsweg, keine eigene Karte.
Die Gegenprobe ist ebenso ehrlich: Es gibt Kanzleien, für die der Eigenbetrieb richtig ist. Wer eine belastbare IT im Haus hat, wer Mandate mit besonderer Sensibilität führt, wer die Frage nach dem US-Konzern grundsätzlich nicht führen will - für die trägt das Argument. Nur ist es dann ein Kontroll-Argument und keines über die Rechnung.
Welche Stufe zu einer konkreten Kanzlei passt, ordnet der 203er-Readiness-Check in zehn Fragen ein - ohne E-Mail-Eingabe. Die Stufen mit ihren Leistungsumfängen führt die Angebots-Übersicht, den Eigenbetrieb im Detail die Seite zum Betrieb in der eigenen IT.
Was in jeder Rechnung fehlt, wenn man nur Token zählt
Wer ein KI-Budget allein aus Modellpreisen plant, unterschätzt die Gesamtkosten nach einer Deloitte-Erhebung um den Faktor drei bis fünf. Der Grund ist strukturell: Die Modellkosten sind der kleinste der vier Blöcke. Dazu kommen Infrastruktur, Integration in die vorhandenen Systeme und die Arbeitszeit im eigenen Haus - und der letzte Posten ist der, den Kanzleien regelmäßig vergessen.
Für den Kanzlei-Kontext bedeutet das konkret: Die Anbindung an DATEV oder ein Kanzleiverwaltungssystem ist Integrationsarbeit, kein Häkchen. Die Weisungslage gegenüber den eigenen Berufsträgern - wer darf welche Mandatsklasse verarbeiten - ist Ihre Arbeit, nicht die des Anbieters. Und die Einwilligungsstrecke gegenüber Mandanten bei einzelmandatsbezogener Beauftragung nach § 43e Abs. 5 BRAO beziehungsweise § 62a Abs. 5 StBerG will einmal aufgesetzt werden. Diese Posten stehen in keinem Paketpreis, auf keiner Stufe - und sie fallen überall an.
Die vollständige Aufschlüsselung der vier Kostenblöcke mit drei durchgerechneten Unternehmensszenarien - vom Einstieg bei rund 26.000 € im ersten Jahr bis zum Vollausbau - steht im Kostenvergleich für Enterprise-KI. Die Zahlen dort sind auf Unternehmen zugeschnitten, nicht auf Kanzleien; als Struktur für die eigene Kalkulation tragen sie trotzdem.
Häufige Fragen zu den Kosten
Was kostet der Einstieg wirklich?
Ab wann lohnt sich eigene Hardware?
Warum steht bei zwei Stufen kein Preis?
Wie viel Modell-Verbrauch erzeugt eine Kanzlei im Monat?
Ändert die Stufe etwas an der Rechtslage?
Welche Stufe passt zu Ihrer Kanzlei?
Wir rechnen Ihr Nutzungsprofil gegen die fünf Stufen durch - Größe, IT-Lage, Mandatsstruktur. Wenn dabei herauskommt, dass die fertige Instanz für Sie günstiger ist, sagen wir das.
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