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EU AI Act: Nicht Hochrisiko

Richtlinien-Agent

Eine HR-Richtlinie wird erst wirksam, wenn nachweisbar ist, wer jeden Schritt verantwortet - das Gesetz klassifiziert, die KI schlägt vor, der Mensch entscheidet.

HR-Richtlinien-Lifecycle mit prüfbarer Zuständigkeit: Das Regelwerk klassifiziert die Mitbestimmung, die KI prüft die Sprache, der Mensch gibt frei.

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Gilt diese Richtlinie überhaupt - und können Sie das belegen?

Eine HR-Richtlinie zu schreiben und zu verteilen ist gelöst; nachzuweisen, dass jeder rechtlich bindende Schritt sauber verantwortet wurde, ist es nicht. Der Agent trennt jeden Schritt in drei prüfbare Quellen: das Gesetzes-Regelwerk klassifiziert die Mitbestimmungs- und Datenschutz-Pflicht, die KI markiert nur diskriminierende Sprache, der Mensch gibt frei und signiert.

Ergebnis: Fällt eine Richtlinie unter ein erzwingbares Mitbestimmungsrecht nach Paragraph 87 BetrVG und fehlt die Zustimmung des Betriebsrats, ist sie gegenüber den Beschäftigten unwirksam und der Betriebsrat kann Unterlassung verlangen - die Richtlinie ist faktisch wertlos, egal wie gut sie formuliert war.

73% Regelwerk
9% KI-Agent
18% Mensch

Die Architektur folgt daraus, dass jeder Schritt genau einer dieser drei Quellen zugeordnet und getrennt belegt sein muss:

Die Richtlinie ist geschrieben. Ob sie überhaupt gilt, ist die eigentliche Frage.

Jede Plattform verwaltet Richtlinien. Keine beweist, dass sie gilt.

SAP SuccessFactors, Personio, Workday, Confluence - jede dieser Plattformen kann eine HR-Richtlinie verfassen, versionieren, verteilen und signieren lassen. Das ist seit Jahren Standard. Die Frage, an der Wirksamkeit und Haftung wirklich hängen, beantwortet keines dieser Systeme: Ist diese Richtlinie mitbestimmungssauber, diskriminierungsfrei und datenschutzkonform zustande gekommen - und können Sie das dem Betriebsrat und dem Vorstand getrennt belegen?

Dieser Agent folgt dem Decision Layer-Prinzip: Jeder Schritt im Richtlinien-Lebenszyklus ist entweder eine deterministische Klassifikation gegen das Gesetz, ein anfechtbarer KI-Vorschlag oder eine menschliche Freigabe - getrennt und nachweisbar. Nach EU AI Act ist er kein Hochrisiko-System, weil ein Richtlinien-Dokument keine Menschen bewertet. Seine Anforderungen kommen aus dem kollektiven Arbeitsrecht und dem Datenschutz, und die wiegen schwer genug.

Warum so viele Richtlinien wirkungslos bleiben

Das verbreitete Bild ist, eine Richtlinie sei fertig, sobald sie geschrieben und im Intranet abgelegt ist. Die Realität ist eine andere, und sie hat zwei Seiten. Auf der einen Seite kennt niemand die geltende Version: Am Beispiel von IT-Sicherheitsrichtlinien zeigt eine Kaspersky-Lab-Studie, dass 88 Prozent der Mitarbeiter die internen Richtlinien ihres Unternehmens nicht kennen und 24 Prozent sogar glauben, es gebe überhaupt keine (it-daily.net). Eine Richtlinie, deren geltende Fassung niemand sicher benennen kann, steuert kein Verhalten.

Auf der anderen Seite, und das ist die teurere, ist die Richtlinie rechtlich gar nicht wirksam. Eine betriebliche Regelung, die unter ein erzwingbares Mitbestimmungsrecht nach Paragraph 87 BetrVG fällt, braucht die Zustimmung des Betriebsrats, bevor sie gilt. Fehlt sie, greift die in der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung gefestigte Folge, dass eine mitbestimmungswidrige Maßnahme gegenüber den Beschäftigten von Anfang an unwirksam ist - der Betriebsrat kann ihre Unterlassung verlangen, notfalls per einstweiliger Verfügung, und kein einzelnes Arbeitsverhältnis lässt sich darauf stützen. Die Richtlinie ist dann wertlos, egal wie sorgfältig sie formuliert war.

Dazu kommen die Risiken im Text selbst. Benachteiligt eine Formulierung jemanden wegen eines nach dem AGG geschützten Merkmals und legt eine betroffene Person dafür Indizien dar, kehrt sich nach Paragraph 22 AGG die Beweislast um - der Arbeitgeber muss das Gegenteil beweisen, und eine Entschädigung nach Paragraph 15 AGG steht verschuldensunabhängig im Raum. Im Datenschutz ist die Größenordnung greifbar: Die Hamburger Aufsichtsbehörde verhängte 2020 ein Bußgeld von 35,3 Millionen Euro gegen H&M wegen überschießender Verarbeitung von Beschäftigtendaten (LTO) - bis heute eines der höchsten DSGVO-Bußgelder in Deutschland und ein konkreter Beleg, wohin eine fehlerhafte Beschäftigtendaten-Politik führen kann.

Drei Quellen, klar getrennt: wer entscheidet was

Die meisten Anbieter sagen, ein Mensch bleibe “im Prozess”, und kleben ein Compliance-Siegel daneben. Das bleibt eine schwarze Box. Der Agent macht stattdessen für jeden Schritt sichtbar, aus welcher von drei Quellen die Entscheidung stammt.

QuelleWas sie entscheidetBeispiel aus dem Richtlinien-Lifecycle
Regelwerk (R)Alles Deterministische, kein ErmessenMitbestimmungs-Kategorie nach Paragraph 87 BetrVG, Datenschutz nach Artikel 88 DSGVO, Aufbewahrungsfrist
KI-Vorschlag (A)Markiert Unsicheres, entscheidet nieDiskriminierende Sprache im Richtlinientext nach dem AGG, mit Vorschlag inklusiver Alternativen
Mensch (H)Bindende Entscheidung und FreigabeZustimmung des Betriebsrats, finale Inkraftsetzung durch den Vorstand mit eIDAS-Signatur

Der Agent ist damit überwiegend ein Klassifikations-Motor gegen das Gesetz, mit KI als anfechtbarem Indikator an genau einer Stelle und einem festen menschlichen Entscheidungs-Gate. Das ist die ehrliche Antwort auf den naheliegenden Einwand “darf eine KI an HR-Richtlinien mitschreiben?”. Die KI entscheidet an keiner Stelle etwas rechtlich Bindendes - sie schlägt vor, das Gesetz klassifiziert, der Mensch entscheidet und signiert. Wie diese Schicht architektonisch durchgreift, zeigt der Decision Layer.

Genau das macht die Richtlinie nicht angreifbar, sondern auditierbar

Hier liegt der Unterschied, der über Vertrauen oder Misstrauen entscheidet. Wettbewerber verkaufen Policy-Management als Feature-Liste: Workflow-Engine, Versionierung, Audit-Trail, Signatur, Self-Service-Wiki. Die Botschaft ist “wir können Richtlinien verwalten”. Das löst aber nicht den Punkt, an dem eine Personalleitung im Konzern wirklich hängt - nämlich eine Lösung vorzulegen, die der Betriebsrat unterschreibt, bevor sie dem Vorstand präsentiert wird.

Diese Sorge entsteht aus Unsicherheit: “Wir haben KI im HR” klingt für ein Gremium nach Kontrollverlust. Der Agent dreht das um, indem die KI an keiner bindenden Stelle entscheidet. Sie liefert einen Sprach-Indikator, den ein Auditor anfechten kann; das Gesetz klassifiziert die Mitbestimmungs- und Datenschutz-Pflicht deterministisch; der Mensch stimmt zu und signiert. Wer freigibt, sieht dabei jede von der KI vorgeschlagene Sprachmarkierung als solche gekennzeichnet und kann sie übernehmen oder verwerfen - die Entscheidung bleibt nachweisbar beim Menschen, nicht beim Modell. Genau diese Trennung ist die Linie, die sich einem Betriebsrat und einem Vorstand vorlegen lässt: nicht “wir vertrauen einer KI”, sondern “die KI schlägt vor, das Gesetz klassifiziert, der Mensch entscheidet - und jeder dieser drei Schritte ist im Audit-Trail getrennt belegt”. Die KI macht die Richtlinie damit nicht angreifbar, sie macht sie auditierbar.

Eine Schicht über Ihren Systemen, nicht statt ihnen

Der Agent konkurriert nicht mit Ihrer HR-Plattform. Gegen SAP, Workday oder Personio auf der Verwaltungs-Achse anzutreten wäre aussichtslos - dort entscheiden Marktanteil und Integration. Der Agent legt sich als Entscheidungs- und Nachweis-Schicht darüber: Versionierung, Verteilung und Self-Service-Auskunft bleiben in Ihrem System, und er macht den Weg dorthin prüfbar.

Auch die KI-Governance bleibt dabei im Blick. Seit dem 2.2.2025 verlangt Artikel 4 EU AI Act, dass Unternehmen ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz beim Personal sicherstellen und dokumentieren - eine Bemühungspflicht ohne eigene Einzelstrafe, deren fehlende Dokumentation aber als Sorgfaltspflichtverletzung gewertet werden kann und in das Hochrisiko-Sanktionsregime hineinwirkt (geltende Frist 2. August 2026, voraussichtlich verschoben auf Dezember 2027 - Digital Omnibus, Mai 2026). Weil der Agent selbst an Richtlinien mitwirkt, erzeugt er die dafür nötige Dokumentation als Nebenprodukt seiner Arbeit, statt sie nachträglich zu schreiben.

Der nächste Schritt ist keine Software-Einführung, sondern eine Prozess-Analyse: Wo in Ihrem Richtlinien-Lebenszyklus sitzt heute die ungeprüft übersprungene Mitbestimmung, und wie belegbar ist die Zuständigkeit hinter jeder geltenden Fassung?

Auf einen Blick

  • Was er tut: führt HR-Richtlinien durch ihren Lebenszyklus und belegt für jeden Schritt getrennt, wer ihn verantwortet hat
  • Klassifikation: kein EU-AI-Act-Hochrisiko-System (Informationsbereitstellung, keine Bewertung von Menschen), aber kompetenzpflichtig nach Artikel 4 EU AI Act
  • Entscheidungslogik: überwiegend Regelwerk, KI nur als anfechtbarer Sprach-Indikator, bindende Entscheidung beim Menschen
  • Compliance-Anker: Mitbestimmung nach Paragraph 87 BetrVG, Diskriminierungsfreiheit nach dem AGG, Beschäftigtendatenschutz nach Artikel 88 DSGVO, Meldestelle nach Paragraph 12 HinSchG
  • Integration: Schicht über SAP SuccessFactors, Personio, Workday oder Confluence - kein Ersatz
  • Prüfungsfall: jede geltende Fassung bis zur Mitbestimmungs-Klassifikation, KI-Markierung und Freigabe getrennt rückverfolgbar

Micro-Decision-Tabelle

Wer entscheidet bei diesem Agent?

11 Entscheidungsschritte, aufgeteilt nach Decider

73%(8/11)
Regelwerk
deterministisch
9%(1/11)
KI-Agent
modellbasiert mit Confidence
18%(2/11)
Mensch
explizit zugewiesen
Mensch
Regelwerk
KI-Agent
Jede Zeile ist eine Entscheidung. Aufklappen zeigt die Entscheidungsakte und ob man anfechten kann.
Mitbestimmungs-Pflicht nach Paragraph 87 BetrVG klassifizieren Fällt die Richtlinie unter ein erzwingbares Mitbestimmungsrecht und wenn ja, unter welche Kategorie? Regelwerk

Die Zuordnung folgt dem Tatbestand des Paragraph 87 Abs. 1 BetrVG und der inhaltlichen Kategorie der Richtlinie, das ist eine deterministische Subsumtion ohne Ermessen.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Mitbestimmungs-Ebene bestimmen Ist der lokale Betriebsrat, der Gesamtbetriebsrat oder der Konzernbetriebsrat zuständig? Regelwerk

Die Ebene ergibt sich aus der Reichweite der Richtlinie nach Paragraph 50 und Paragraph 58 BetrVG, also aus festen Zuständigkeitsregeln.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Zustimmungspflicht nach Paragraph 94 und Paragraph 95 BetrVG prüfen Handelt es sich um einen Personalfragebogen, Beurteilungsgrundsätze oder eine Auswahlrichtlinie mit zwingender Betriebsrats-Zustimmung? Regelwerk

Der Tatbestand von Paragraph 94 und Paragraph 95 BetrVG ist klar umrissen und wird gegen den Richtlinientyp geprüft.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Diskriminierungs-Risiko des Richtlinientextes prüfen Enthält der Text geschlechts-codierte oder anderweitig benachteiligende Formulierungen nach dem AGG? KI-Agent WP/BP

Das Modell markiert verdächtige Formulierungen und schlägt inklusive Alternativen vor, der Befund ist ein Indikator und nie die rechtliche Bewertung.

Entscheidungsakte

Modell-Version und Confidence Score
Eingabedaten und Klassifikationsergebnis
Entscheidungsgrund (Erklärbarkeit)
Audit Trail mit vollständiger Nachvollziehbarkeit

Anfechtbar: Ja - vollständig dokumentiert, durch Menschen überprüfbar, Einspruch über formalen Prozess.

Anfechtbar durch: WP/BP

Beschäftigtendatenschutz nach Artikel 88 DSGVO prüfen Bildet die Richtlinie die Erforderlichkeit der Datenverarbeitung im Beschäftigungskontext korrekt ab? Regelwerk

Die Prüfung läuft gegen den Katalog aus Artikel 88 DSGVO und Paragraph 26 BDSG, die Erforderlichkeitsschwelle ist eine Rechtsregel.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Whistleblower-Pflicht nach Paragraph 12 HinSchG prüfen Verlangt die Unternehmensgröße eine interne Meldestelle und deckt der Richtlinien-Bestand sie ab? Regelwerk

Die Schwelle von 50 Beschäftigten nach Paragraph 12 Abs. 2 HinSchG ist eine feste Zahl, die deterministisch ausgewertet wird.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Aufbewahrungsfrist der Richtlinien-Version zuweisen Welche Aufbewahrungsfrist und welche revisionssichere Archivierung gelten für diese Version? Regelwerk

Die Frist folgt den handels- und steuerrechtlichen Vorgaben und wird der Dokumentenklasse fest zugeordnet.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

KI-Governance-Pflicht nach Artikel 4 EU AI Act prüfen Ist eine dokumentierte KI-Kompetenz-Maßnahme erforderlich, weil ein KI-System an der Richtlinie mitwirkt? Regelwerk

Die Bemühungspflicht aus Artikel 4 EU AI Act wird gegen den dokumentierten Maßnahmen-Bestand geprüft und als fehlend oder erfüllt markiert.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Geltende Richtlinien-Version rollenbasiert auskunftsfähig halten Welche Version ist für eine anfragende Person die aktuell gültige? Regelwerk

Die Auskunft folgt dem Versionsstand und dem Rollenrecht der anfragenden Person, beides sind deterministische Nachschlageregeln.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Betriebsrats-Zustimmung einholen und dokumentieren Wird die Zustimmung des zuständigen Gremiums erteilt? Mensch

Die Zustimmung ist ein menschlicher Gremien-Akt nach dem BetrVG, den der Agent nur vorbereitet und protokolliert, aber nie ersetzt.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Finale Richtlinie freigeben und signieren Wird die Richtlinie durch Vorstand oder Geschäftsführung in Kraft gesetzt? Mensch

Die bindende Freigabe bleibt beim Menschen, weil Artikel 22 DSGVO die rein automatisierte Einzelentscheidung verbietet und die Vorstandsverantwortung nicht delegierbar ist.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Entscheidungsakte und Anfechtbarkeit

Jede Entscheidung, die dieser Agent trifft oder vorbereitet, wird in einer vollständigen Entscheidungsakte dokumentiert. Betroffene Mitarbeitende können jede einzelne Entscheidung einsehen, nachvollziehen und anfechten.

Welche Regel in welcher Version wurde angewandt?
Welche Daten lagen der Entscheidung zugrunde?
Wer (Mensch, Regelwerk oder KI) hat entschieden - und warum?
Wie kann die betroffene Person Einspruch einlegen?
So setzt der Decision Layer das architektonisch um →

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Governance-Hinweise

EU AI Act: Nicht Hochrisiko
Dieser Agent ist kein Hochrisiko-System nach EU AI Act, denn ein Richtlinien-Dokument bewertet keine Bewerber und keine Mitarbeitenden, sondern stellt Informationen bereit. Tragend ist stattdessen die Kompetenzpflicht aus Artikel 4 EU AI Act, die seit dem 2.2.2025 gilt: Wer eine KI an HR-Richtlinien mitwirken lässt, muss dokumentierte KI-Kompetenz-Maßnahmen nachweisen. Die eigentliche Härte des Themas kommt aus dem kollektiven Arbeitsrecht und dem Datenschutz. Fällt eine Richtlinie unter erzwingbare Mitbestimmung nach Paragraph 87 BetrVG und fehlt die Zustimmung, ist sie unwirksam und der Betriebsrat kann Unterlassung verlangen. Der Agent begegnet dem strukturell: Das Gesetzes-Regelwerk klassifiziert Mitbestimmung, Datenschutz und Aufbewahrung deterministisch, die KI liefert ausschließlich einen anfechtbaren Sprach-Indikator zur Diskriminierungsfreiheit, und jede rechtlich bindende Entscheidung trifft der Mensch. Die Zustimmung des Gremiums und die finale Freigabe setzt nie ein Modell.

Bewertung

Agent Readiness 74-81%
Governance-Komplexität 28-35%
Economic Impact 51-58%
Leuchtturm-Wirkung 18-25%
Implementation Complexity 21-28%
Transaktionsvolumen Wöchentlich

Voraussetzungen

  • Eine zentrale Bibliothek aus Richtlinien-Templates und bestehenden Betriebsvereinbarungen als Vorgabe-Grundlage
  • Eine angebundene HR- oder Dokumenten-Plattform für Versionierung und Verteilung (etwa SAP SuccessFactors, Personio, Workday oder Confluence)
  • Ein definierter Freigabe-Workflow mit qualifizierter eIDAS-Signatur für die Inkraftsetzung
  • Wo ein Betriebsrat besteht: eine Betriebsvereinbarung zur eingesetzten Richtlinien-IT nach Paragraph 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG
  • Eine revisionssichere Archivierung mit definierten Aufbewahrungsfristen pro Dokumentenklasse

Infrastruktur-Beitrag

Die Bibliothek aus Richtlinien-Templates und klassifizierten Mitbestimmungs-Kategorien wird einmal gepflegt und von angrenzenden Agenten mitgenutzt, etwa für arbeitszeit- oder vergütungsbezogene Regelungen. Die Klassifikations-Engine, die Mitbestimmung und Beschäftigtendatenschutz gegen das Gesetz prüft, bildet dieselbe Grundlage für jeden Prozess, der eine kollektivrechtliche Wirksamkeitsprüfung braucht. Und der getrennte Audit-Trail aus Regelwerk, KI-Indikator und menschlicher Freigabe wird zum gemeinsamen Standard, sobald mehrere Agenten in denselben Richtlinien-Bestand schreiben.

Was diese Erstbewertung enthält: 9 Slides für Ihr Führungsteam

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  1. 1

    Titelfolie - Prozessname, Entscheidungspunkte, Automatisierungspotenzial

  2. 2

    Executive Summary - FTE-Freisetzung, Kosten pro Vorgang vorher/nachher, Break-Even-Datum, Kosten des Wartens

  3. 3

    Ausgangslage - Transaktionsvolumen, Fehlerkosten, Wachstumsszenario mit FTE-Vergleich

  4. 4

    Lösungsarchitektur - Mensch - Regelwerk - KI-Agent mit konkreten Entscheidungspunkten

  5. 5

    Governance - EU AI Act, Betriebsrat (§87 BetrVG), Audit Trail - mit Ampelstatus

  6. 6

    Risikoanalyse - 5 Risiken mit Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkung und Gegenmaßnahme

  7. 7

    Roadmap - 3-Phasen-Plan mit konkreten Kalenderdaten und Go/No-Go

  8. 8

    Business Case - 3-Szenarien-Vergleich (Nichtstun/Neueinstellung/Automatisierung) plus 3×3-Sensitivitätsmatrix

  9. 9

    Diskussionsvorschlag - Konkrete nächste Schritte mit Zeitplan und Verantwortlichkeiten

Enthält: 3-Szenarien-Vergleich

Nichtstun vs. Neueinstellung vs. Automatisierung - mit Ihrem Gehaltsniveau, Ihrer Fehlerquote und Ihrem Wachstumsplan. Die eine Slide, die Ihr CFO als erstes sehen will.

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Stundensatz: Jahresgehalt (Ihre Eingabe) × 1,3 AG-Anteil ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden

Einsparung: Vorgänge × 12 × Automatisierungsrate × Minuten/Vorgang × Stundensatz × Economic Factor

Qualitäts-ROI: Fehlerreduktion × Vorgänge × 12 × EUR 260/Fehler (APQC Open Standards Benchmarking)

FTE: Eingesparte Stunden ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden

Break-Even: Benchmark-Investition ÷ monatliche Gesamteinsparung (Effizienz + Qualität)

Neueinstellung: Jahresgehalt × 1,3 + EUR 12.000 Recruiting pro FTE

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Governance: 76-83%
Micro-Decisions: 14
Wöchentlich

Betriebsrats-Koordinations-Agent

Aus jeder geplanten Maßnahme wird ein belegter Beteiligungsschritt - Beteiligungsstufe und Frist per Regelwerk, jede inhaltliche Bewertung beim Menschen, jeder Schritt unveränderbar protokolliert.

D W
Readiness: 66-73%
Economic: 51-58%
Governance: 68-75%
Micro-Decisions: 12
Wöchentlich

Häufige Fragen

Schreibt und veröffentlicht der Agent Richtlinien autonom?

Nein. Das Regelwerk klassifiziert Mitbestimmung und Datenschutz, die KI markiert nur diskriminierende Sprache als Vorschlag. Wirksam wird eine Richtlinie erst nach der Zustimmung des Betriebsrats und der menschlichen Freigabe - beides setzt nie ein Modell.

Warum ist das kein EU-AI-Act-Hochrisiko-System?

Ein Richtlinien-Dokument bewertet keine Menschen, es stellt Informationen bereit, und genau das stellt die Seite klar. Relevant ist stattdessen die Kompetenzpflicht aus Artikel 4 EU AI Act, die seit dem 2.2.2025 eine dokumentierte KI-Governance verlangt, wenn eine KI an der Richtlinie mitwirkt.

Was passiert, wenn die Mitbestimmung übersehen wird?

Fällt die Richtlinie unter ein erzwingbares Mitbestimmungsrecht nach Paragraph 87 BetrVG und fehlt die Zustimmung, ist sie gegenüber den Beschäftigten unwirksam und der Betriebsrat kann Unterlassung verlangen. Deshalb klassifiziert der Agent die Mitbestimmungs-Pflicht deterministisch, bevor überhaupt formuliert wird.

Wie verhindert der Agent diskriminierende Formulierungen?

Die KI markiert geschlechts-codierte oder benachteiligende Stellen nach dem AGG und schlägt inklusive Alternativen vor. Der Befund ist ein anfechtbarer Indikator, die rechtliche Bewertung trifft ein Mensch - wichtig, weil sich bei Indizien nach Paragraph 22 AGG die Beweislast zulasten des Arbeitgebers umkehrt.

Ersetzt das unsere bestehende HR- oder Dokumenten-Plattform?

Nein. Der Agent legt sich als Entscheidungs- und Nachweis-Schicht über bestehende Systeme wie SAP SuccessFactors, Personio, Workday oder Confluence. Versionierung und Verteilung bleiben dort, hinzu kommt der getrennte Nachweis, wer jeden Schritt verantwortet hat.

Wer gibt eine Richtlinie am Ende frei?

Der Vorstand oder die Geschäftsführung mit qualifizierter eIDAS-Signatur. Weder Artikel 22 DSGVO noch die aktienrechtliche Vorstandsverantwortung erlauben eine vollautomatische Freigabe, deshalb ist die Inkraftsetzung als menschlicher Schritt fest verankert.

Was passiert als Nächstes?

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