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EU AI Act: Nicht Hochrisiko

Betriebsrats-Koordinations-Agent

Aus jeder geplanten Maßnahme wird ein belegter Beteiligungsschritt - Beteiligungsstufe und Frist per Regelwerk, jede inhaltliche Bewertung beim Menschen, jeder Schritt unveränderbar protokolliert.

Betriebsrats-Beteiligung formal sauber: Klassifikation und Fristen per Regelwerk, Inhalt beim Menschen, jeder Schritt revisionssicher belegt.

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Wie macht man die Betriebsrats-Anhörung nach Paragraph 102 BetrVG formal rechtssicher?

Die Betriebsrats-Beteiligung sauber durchzuführen ist kein Wissensproblem - HR kennt die Vorschriften. Es ist ein Koordinationsproblem: richtige Beteiligungsstufe, vollständige Unterlagen, korrekt ab Zugang berechnete Frist, lückenloser Nachweis. Der Agent übernimmt genau diese formale Kette per Regelwerk und überlässt jede inhaltliche Bewertung dem Menschen.

Ergebnis: Ein Formfehler bei der Anhörung nach Paragraph 102 BetrVG macht die Kündigung kraft Gesetz unwirksam - nicht anfechtbar, nicht heilbar, auch wenn der Grund berechtigt war. Bei den Arbeitsgerichten gehen jährlich zwischen 200.000 und 330.000 Kündigungsschutzklagen ein, und Formfehler sind dabei der prozessual sicherste Angriffspunkt.

58% Regelwerk
17% KI-Agent
25% Mensch

Die Architektur folgt daraus, dass jeder Schritt entweder deterministisch entschieden oder bewusst dem Menschen vorbehalten und revisionssicher belegt sein muss:

Der Kündigungsgrund war richtig. Die Anhörung nicht - und das genügt.

Bis zu 330.000 Kündigungsschutzklagen pro Jahr - viele zielen auf die Form

Eine Kündigung ohne ordnungsgemäße Betriebsrats-Anhörung ist unwirksam - kraft Gesetz, unabhängig davon, ob der Kündigungsgrund berechtigt war. Das steht so in Paragraph 102 BetrVG, und das Bundesarbeitsgericht hält diese Linie konstant. Trotzdem kippen Kündigungen in der Praxis regelmäßig an genau diesem Punkt: nicht an fehlenden Gründen, sondern an fehlerhaften Verfahren. Bei den deutschen Arbeitsgerichten gehen jährlich zwischen 200.000 und 330.000 Kündigungsschutzklagen ein (empirische Daten zum Kündigungsschutzprozess, Haufe; Primärquelle Statistisches Bundesamt, Arbeitsgerichte). Viele dieser Klagen zielen erfahrungsgemäß auf formale Mängel der Beteiligung, weil diese den prozessual sichersten Angriffspunkt darstellen.

Das ist kein Wissensproblem. HR-Abteilungen kennen die Vorschriften. Es ist ein Koordinationsproblem: Die richtige Information lag vor, wurde aber nicht vollständig weitergegeben; die Frist war bekannt, wurde aber falsch berechnet; der Grund existierte, wurde aber nicht dokumentiert.

Mehrere Beteiligungsverfahren laufen gleichzeitig

Kündigungen sind der sichtbarste, aber nicht der häufigste Schauplatz. Paragraph 99 BetrVG verlangt in Betrieben mit mehr als 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern die Zustimmung des Betriebsrats zu jeder Einstellung, Versetzung und Ein- oder Umgruppierung, mit einer Woche Frist. Verweigert der Betriebsrat die Zustimmung, muss der Arbeitgeber das Arbeitsgericht anrufen. Soll die Stelle dringend besetzt werden, greift die vorläufige personelle Maßnahme nach Paragraph 100 - dann läuft eine Drei-Tages-Frist für zwei Gerichtsanträge, und wer sie versäumt, muss die Einstellung rückabwickeln.

Für eine einzige umstrittene Einstellung stehen damit drei Fristen gleichzeitig. In einem Unternehmen mit 1.500 Beschäftigten können in einer Woche leicht ein Dutzend Verfahren parallel laufen: mehrere Einstellungen nach Paragraph 99, eine Kündigung nach Paragraph 102, Versetzungen und eine Änderung der Arbeitszeitregelung nach Paragraph 87. In den meisten Unternehmen werden diese Verfahren per E-Mail, Papierlaufmappe oder mündlicher Absprache koordiniert - ohne zentralen Fristenkalender und ohne automatische Vollständigkeitsprüfung.

Drei Formfehler, die jede Kündigung kippen

Unter all diesen Verfahren ist die Kündigung das mit den härtesten Folgen - und drei Fehlerquellen entscheiden hier über die Wirksamkeit, keine davon erfordert juristisches Urteilsvermögen. Erstens die unvollständige Information: Der Arbeitgeber muss dem Betriebsrat alle aus seiner Sicht tragenden Gründe mitteilen, und stichwortartige Umschreibungen genügen der BAG-Linie nicht. Fehlt ein relevantes Detail - etwa die Unterhaltspflichten des Betroffenen bei einer Sozialauswahl - ist die gesamte Anhörung fehlerhaft. Zweitens die falsche Fristberechnung: Die Wochenfrist beginnt mit dem Zugang der vollständigen Unterlagen, nicht mit dem Absenden; eine einen Tag zu früh ausgesprochene Kündigung ist unwirksam. Drittens nachgeschobene Gründe: Was in der Anhörung fehlt, fehlt vor Gericht und lässt sich im Prozess nicht mehr ergänzen.

Alle drei sind Koordinationsfehler, keine Rechtsfehler. Genau deshalb sind sie automatisierbar - die Prüfung gegen eine Checkliste, die Fristberechnung ab Zugang und die lückenlose Dokumentation lassen sich als Regelwerk abbilden, ohne dass eine Maschine den Kündigungsgrund bewerten müsste.

Betriebsrats-Anhörung absichern: das Regelwerk klassifiziert, der Mensch verhandelt

Der Decision Layer zerlegt jedes Beteiligungsverfahren in einzelne Schritte und legt pro Schritt fest, ob Regelwerk, KI-Indikator oder Mensch entscheidet - und das ist nicht Beiwerk, sondern das Produkt. Die Zuordnung der Beteiligungsstufe und die Fristberechnung ab Zugang sind deterministisches Regelwerk: Maßnahmentyp hinein, richtiger Paragraph und laufende Frist heraus, ohne Ermessen. Die Vollständigkeitsprüfung der Unterlagen gegen die Checkliste ist KI-assistiert - das Modell liefert einen Hinweis, etwa dass Gründe nur stichwortartig benannt sind, und ein HR-Verantwortlicher validiert ihn vor der Übermittlung. Die inhaltliche Bewertung einer Stellungnahme, die Eskalation bei Widerspruch und das Verfahren vor der Einigungsstelle nach Paragraph 76 BetrVG bleiben beim Menschen.

Diese Trennung ist kein Disclaimer, sondern eine Notwendigkeit. Weil ein Formfehler nach Paragraph 102 die Kündigung kraft Gesetz unwirksam macht und DSGVO Artikel 22 vollautomatisierte Entscheidungen mit Rechtswirkung verbietet, ist “Regelwerk für Form und Frist, Mensch für Inhalt” die einzige tragfähige Architektur. Der Agent legt sich dabei als Koordinations- und Nachweis-Schicht über die bestehende HR-Plattform - SAP SuccessFactors, Workday oder Personio bleiben die führenden Systeme und liefern die Maßnahmen, die eine Beteiligung auslösen. Wettbewerber, die “KI-gestützte Kündigungsempfehlungen” andeuten, laufen direkt in das Hochrisiko-Regime nach Annex III(4)(b) und drohende Bussgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Konzern-Jahresumsatzes.

Ein Agent, der beiden Seiten dient

Der Unterschied zu reinen HR-Werkzeugen ist, dass dieser Agent nicht für eine Seite arbeitet, sondern den Rahmen für beide professionalisiert. HR profitiert, weil keine Verfahren mehr an Formfehlern scheitern und die Vorbereitung der Unterlagen Stunden statt Tage dauert. Der Betriebsrat profitiert, weil er vollständige Unterlagen erhält, seine Fristen korrekt berechnet werden und die Dokumentation Transparenz schafft, die er bisher einfordern musste. Der Zugang des Betriebsrats zum Audit-Trail ist dabei keine Geste, sondern oft selbst mitbestimmungspflichtig: Die Koordinations-IT mit Überwachungs-Funktion fällt unter Paragraph 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG, weshalb eine Betriebsvereinbarung Standard ist.

Genau dieser konfliktreduzierende Zuschnitt ist das Verkaufsargument, das marktübliche Workflow- oder Beratungslösungen nicht haben: Sie verkaufen entweder eine digitale Laufmappe mit Fristerinnerung oder anwaltliche Beratung und lassen die entscheidende Frage offen - wer hat was entschieden, und ist das vor dem Bundesarbeitsgericht beweisbar? Der Agent beantwortet sie, indem er jeden Schritt revisionssicher dokumentiert.

Der nächste Schritt ist deshalb keine Software-Einführung, sondern eine Bestandsaufnahme des eigenen Prozesses: An welcher Stelle der Betriebsrats-Beteiligung sitzt heute die manuelle Koordination, wo entstehen die Fristen, und wie prüfungsfest ist der Nachweis dahinter?

Auf einen Blick

  • Was er tut: koordiniert die formale Betriebsrats-Beteiligung, überwacht die Fristen und dokumentiert jeden Schritt revisionssicher
  • Klassifikation: im Standardbetrieb kein Hochrisiko-System nach EU AI Act (Koordination und Dokumentation, keine Bewertung von Menschen)
  • Entscheidungslogik: Klassifikation und Frist per Regelwerk, Vollständigkeit als KI-Hinweis, jede inhaltliche Bewertung und Eskalation beim Menschen
  • Compliance-Anker: Anhörung nach Paragraph 102, Zustimmung nach Paragraph 99 und 100, Mitbestimmung nach Paragraph 87, Letztentscheidungs-Grenze nach DSGVO Artikel 22
  • Integration: Schicht über SAP SuccessFactors, Workday oder Personio - kein Ersatz
  • Beweisfall: vollständiger Verfahrensnachweis als Audit-Trail mit Zeitstempel, ohne nachträgliche Rekonstruktion

Micro-Decision-Tabelle

Wer entscheidet bei diesem Agent?

12 Entscheidungsschritte, aufgeteilt nach Decider

58%(7/12)
Regelwerk
deterministisch
17%(2/12)
KI-Agent
modellbasiert mit Confidence
25%(3/12)
Mensch
explizit zugewiesen
Mensch
Regelwerk
KI-Agent
Jede Zeile ist eine Entscheidung. Aufklappen zeigt die Entscheidungsakte und ob man anfechten kann.
Beteiligungsstufe der HR-Maßnahme klassifizieren Welche BetrVG-Beteiligung löst die geplante Maßnahme aus - Information, Anhörung, Zustimmung oder Mitbestimmung? Regelwerk

Die Zuordnung von Maßnahmentyp zu Paragraph folgt einer festen, versionierten Regel ohne Ermessensspielraum.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Frist ab Zugang der vollständigen Unterlagen berechnen Wann endet die Stellungnahmefrist des Betriebsrats für diese Maßnahme? Regelwerk

Die Fristlänge und der Beginn ab Zugang der vollständigen Unterlagen sind deterministische Datumsregeln.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Vollständigkeit der Unterlagen gegen die Checkliste prüfen Enthalten die Unterlagen alle Angaben, die der Betriebsrat für ein eigenes Urteil braucht? KI-Agent

Das Modell liefert einen Vollständigkeits-Hinweis gegen die Checkliste, den der HR-Verantwortliche vor der Übermittlung validiert.

Entscheidungsakte

Modell-Version und Confidence Score
Eingabedaten und Klassifikationsergebnis
Entscheidungsgrund (Erklärbarkeit)
Audit Trail mit vollständiger Nachvollziehbarkeit

Anfechtbar: Ja - vollständig dokumentiert, durch Menschen überprüfbar, Einspruch über formalen Prozess.

Ausformulierung der Kündigungsgründe prüfen Sind die Gründe ausformuliert statt nur stichwortartig benannt, wie es das BAG verlangt? KI-Agent

Die Prüfung auf schlagwortartige statt ausformulierte Begründung ist ein KI-Hinweis, keine Bewertung des Grundes selbst.

Entscheidungsakte

Modell-Version und Confidence Score
Eingabedaten und Klassifikationsergebnis
Entscheidungsgrund (Erklärbarkeit)
Audit Trail mit vollständiger Nachvollziehbarkeit

Anfechtbar: Ja - vollständig dokumentiert, durch Menschen überprüfbar, Einspruch über formalen Prozess.

Unterlagen mit dokumentiertem Zustellzeitpunkt übermitteln Wie werden die freigegebenen Unterlagen mit beweisbarem Zugangszeitpunkt an den Betriebsrat zugestellt? Regelwerk

Die Übermittlung erfolgt erst nach menschlicher Freigabe und schreibt den Zustellzeitpunkt automatisch in den Audit-Trail.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Frist überwachen und bei Ablauf eskalieren Was passiert, wenn die Stellungnahmefrist ohne Reaktion des Betriebsrats abläuft? Regelwerk

Der Fristablauf wird automatisch überwacht und die Zustimmungsfiktion bei Schweigen regelbasiert dokumentiert.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Vollautomatische Entscheidung mit Rechtswirkung blockieren Darf das System eine Maßnahme mit rechtlicher Wirkung ohne menschliche Entscheidung vollziehen? Regelwerk

Eine vollautomatisierte Entscheidung mit Rechtswirkung wird nach DSGVO Artikel 22 deterministisch geblockt.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Stellungnahme des Betriebsrats inhaltlich bewerten Bedeutet die Reaktion des Betriebsrats Zustimmung, Bedenken oder Widerspruch? Mensch

Die inhaltliche Auslegung einer Stellungnahme bleibt eine menschliche Beurteilung mit Rechtsfolge.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Bei Widerspruch über die Eskalation entscheiden Wird bei Widerspruch der Gang zum Arbeitsgericht auf Zustimmungsersetzung und Dringlichkeit eingeleitet? Mensch

Die Eskalationsentscheidung wiegt Geschäftslage gegen Prozessrisiko ab und gehört zu HR-Leitung und Rechtsabteilung.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Einigungsstellen-Verfahren führen Wie wird eine mitbestimmungspflichtige Frage verhandelt, in der keine Einigung gelingt? Mensch

Das Verfahren vor der Einigungsstelle nach Paragraph 76 BetrVG ist eine menschliche Verhandlung, die der Agent nur dokumentiert.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Verfahren revisionssicher dokumentieren Wie wird der gesamte Beteiligungsverlauf beweisbar festgeschrieben? Regelwerk

Jeder Schritt wird append-only mit Zeitstempel, Beleg und Entscheidungsquelle protokolliert.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Aufbewahrungsfrist der Akte bestimmen Wie lange bleibt die Beteiligungsakte aufbewahrt? Regelwerk

Die gesetzliche Aufbewahrung nach Abgabenordnung und HGB ist eine feste Fristregel, kein Ermessen.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Entscheidungsakte und Anfechtbarkeit

Jede Entscheidung, die dieser Agent trifft oder vorbereitet, wird in einer vollständigen Entscheidungsakte dokumentiert. Betroffene Mitarbeitende können jede einzelne Entscheidung einsehen, nachvollziehen und anfechten.

Welche Regel in welcher Version wurde angewandt?
Welche Daten lagen der Entscheidung zugrunde?
Wer (Mensch, Regelwerk oder KI) hat entschieden - und warum?
Wie kann die betroffene Person Einspruch einlegen?
So setzt der Decision Layer das architektonisch um →

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Governance-Hinweise

EU AI Act: Nicht Hochrisiko
Im Standardbetrieb ist dieser Agent kein Hochrisiko-System nach EU AI Act, weil er koordiniert und dokumentiert, statt über Arbeitsverhältnisse zu entscheiden. Hochrisiko nach Annex III(4)(b) entstünde erst, wenn KI Kündigungsgründe bewertete oder eine Sozialauswahl automatisierte - dann griffen zwingend menschliche Letztentscheidung und Datenschutz-Folgenabschätzung nach DSGVO Artikel 35. Diese Grenze ist bewusst gesetzt: Eine vollautomatisierte Entscheidung mit rechtlicher Wirkung verbietet DSGVO Artikel 22, und ein Verstoß kann nach Artikel 83 Absatz 5 mit bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Konzern-Jahresumsatzes geahndet werden. Der Agent begegnet dem strukturell: Beteiligungsklassifikation und Fristberechnung laufen über ein deterministisches Regelwerk, die KI prüft nur die Vollständigkeit der Unterlagen und liefert Hinweise, und jede inhaltliche Bewertung sowie jede Eskalation bleibt beim Menschen. Der Agent dient dabei beiden Seiten - er professionalisiert den formalen Rahmen und ersetzt nicht die inhaltliche Verhandlung mit dem Betriebsrat.

Bewertung

Agent Readiness 66-73%
Governance-Komplexität 68-75%
Economic Impact 51-58%
Leuchtturm-Wirkung 41-48%
Implementation Complexity 46-53%
Transaktionsvolumen Wöchentlich

Voraussetzungen

  • Ein digitaler Kommunikationskanal zum Betriebsrat mit beweisbarem Zustellzeitpunkt
  • Checklisten je Beteiligungsstufe und Maßnahmentyp
  • Ein Fristenkalender nach BetrVG mit automatischer Eskalation
  • Eine Anbindung an die führende HR-Plattform (SAP SuccessFactors, Workday oder Personio)
  • Wo eine Betriebsvereinbarung zur eingesetzten Koordinations-IT erforderlich ist: deren Abschluss nach Paragraph 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG
  • Eine Datenschutz-Folgenabschätzung, sobald die KI-gestützte Vollständigkeitsprüfung eingesetzt wird

Infrastruktur-Beitrag

Die Beteiligungs-Prüfung - welcher Paragraph bei welcher Maßnahme greift, welche Unterlagen nötig sind und welche Frist läuft - ist keine isolierte Funktion dieses Agenten, sondern ein gemeinsamer Backbone. Jeder andere HR-Agent, der eine Maßnahme mit Betriebsrats-Relevanz auslöst, nutzt dieselbe Engine: ein Onboarding-Agent löst die Zustimmung nach Paragraph 99 aus, ein Workforce-Planning-Agent die Beratung bei Betriebsänderungen nach Paragraph 111, ein Compensation-Agent die Mitbestimmung bei der Lohngestaltung nach Paragraph 87. Auch der Fristenkalender und die revisionssichere Audit-Engine werden zur gemeinsamen Grundlage aller beteiligungsrelevanten HR-Agenten. So entsteht kein Insel-Werkzeug, sondern der Compliance-Layer unter dem gesamten HR-Agenten-Katalog.

Was diese Erstbewertung enthält: 9 Slides für Ihr Führungsteam

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  1. 1

    Titelfolie - Prozessname, Entscheidungspunkte, Automatisierungspotenzial

  2. 2

    Executive Summary - FTE-Freisetzung, Kosten pro Vorgang vorher/nachher, Break-Even-Datum, Kosten des Wartens

  3. 3

    Ausgangslage - Transaktionsvolumen, Fehlerkosten, Wachstumsszenario mit FTE-Vergleich

  4. 4

    Lösungsarchitektur - Mensch - Regelwerk - KI-Agent mit konkreten Entscheidungspunkten

  5. 5

    Governance - EU AI Act, Betriebsrat (§87 BetrVG), Audit Trail - mit Ampelstatus

  6. 6

    Risikoanalyse - 5 Risiken mit Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkung und Gegenmaßnahme

  7. 7

    Roadmap - 3-Phasen-Plan mit konkreten Kalenderdaten und Go/No-Go

  8. 8

    Business Case - 3-Szenarien-Vergleich (Nichtstun/Neueinstellung/Automatisierung) plus 3×3-Sensitivitätsmatrix

  9. 9

    Diskussionsvorschlag - Konkrete nächste Schritte mit Zeitplan und Verantwortlichkeiten

Enthält: 3-Szenarien-Vergleich

Nichtstun vs. Neueinstellung vs. Automatisierung - mit Ihrem Gehaltsniveau, Ihrer Fehlerquote und Ihrem Wachstumsplan. Die eine Slide, die Ihr CFO als erstes sehen will.

Berechnungsmethodik anzeigen

Stundensatz: Jahresgehalt (Ihre Eingabe) × 1,3 AG-Anteil ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden

Einsparung: Vorgänge × 12 × Automatisierungsrate × Minuten/Vorgang × Stundensatz × Economic Factor

Qualitäts-ROI: Fehlerreduktion × Vorgänge × 12 × EUR 260/Fehler (APQC Open Standards Benchmarking)

FTE: Eingesparte Stunden ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden

Break-Even: Benchmark-Investition ÷ monatliche Gesamteinsparung (Effizienz + Qualität)

Neueinstellung: Jahresgehalt × 1,3 + EUR 12.000 Recruiting pro FTE

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Governance: 28-35%
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Häufige Fragen

Ersetzt der Agent die Verhandlung mit dem Betriebsrat?

Nein. Der Agent koordiniert die Form: richtige Beteiligungsstufe, vollständige Unterlagen, korrekt berechnete Fristen und ein revisionssicherer Nachweis. Die inhaltliche Verhandlung und jede Entscheidung mit Rechtswirkung über das Arbeitsverhältnis bleibt beim Menschen.

Was passiert bei einem Formfehler in der Anhörung nach Paragraph 102?

Die Kündigung ist kraft Gesetz unwirksam - nicht anfechtbar, nicht heilbar, unabhängig davon, ob der Grund berechtigt war. Die häufigsten Ursachen sind unvollständige Information, eine falsch berechnete Frist oder nachgeschobene Gründe. Genau diese drei Fehlerquellen prüft und dokumentiert der Agent vor der Übermittlung.

Wie wird die richtige Beteiligungsstufe erkannt?

Das Regelwerk ordnet jede geplante Maßnahme deterministisch dem passenden Paragraphen zu - Information, Anhörung, Zustimmung oder Mitbestimmung - und startet die zugehörige Frist. Kein Sachbearbeiter muss den richtigen Paragraphen suchen; das Regelwerk findet ihn.

Warum ist das kein Hochrisiko-System nach EU AI Act?

Weil der Agent koordiniert und dokumentiert, statt Menschen zu bewerten. Eine vollautomatisierte Entscheidung mit Rechtswirkung verbietet DSGVO Artikel 22 ohnehin, und der Agent blockt sie deterministisch. Hochrisiko entstünde erst, wenn KI Kündigungsgründe bewertete oder eine Sozialauswahl automatisierte - das tut der Agent bewusst nicht.

Kann der Betriebsrat selbst mit dem Agent arbeiten?

Ja. HR nutzt ihn zur Vorbereitung der Unterlagen und Fristen, der Betriebsrat zur Fristüberwachung und zum Zugang auf den Audit-Trail. Diese gemeinsame Transparenz reduziert Konflikte. Eine Betriebsvereinbarung zur Koordinations-IT nach Paragraph 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG ist dabei Standard.

Wie lange bleiben Betriebsrats-Akten aufbewahrt?

Nach Handels- und Steuerrecht zehn Jahre für Jahresabschluss-relevante Unterlagen und acht Jahre für Buchungsbelege wie Sozialplan-Zahlungen - die Frist für Buchungsbelege wurde mit dem Vierten Bürokratieentlastungsgesetz von zehn auf acht Jahre verkürzt. Bei laufenden Kündigungsschutz-Verfahren gelten zusätzlich prozessuale Aufbewahrungspflichten bis zur Rechtskraft.

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