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EU AI Act: Nicht Hochrisiko

Lohnprozess-Agent

Aus jedem Lohnschritt wird ein nachvollziehbarer Vorgang, der seinen Entscheider offenlegt: Regelwerk, KI-Indikator oder Mensch, unveränderbar protokolliert.

KI-Agent für den vorbereitenden Lohnprozess: DEÜV-Meldungen, ELStAM-Stammdaten und Self-Service-Workflows mit Decision-Layer für Betriebsrat und Datenschutz.

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Warum blockiert der Betriebsrat ein Lohnsystem, das fachlich längst funktioniert?

Weil jede Lohnsoftware nach Paragraph 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG zur Verhaltenskontrolle geeignet ist und damit erzwingbar mitbestimmungspflichtig wird. Es genügt die Eignung; die Absicht ist irrelevant.

Ergebnis: Ohne dokumentierte Zustimmung drohen Einigungsstelle, ein Beschlussverfahren vor dem Arbeitsgericht und ein faktisches Nutzungsverbot für ein bereits eingeführtes System.

67% Regelwerk
13% KI-Agent
20% Mensch

Die Architektur folgt daraus, dass jeder Prozessschritt seinen Entscheider offenlegen muss: Regelwerk, KI-Indikator oder Mensch.

Der vorbereitende Lohnprozess scheitert nicht am Rechnen, sondern an versäumten Fristen und unsauberen Stammdaten.

Der teuerste Schritt im Lohnprozess ist die Freigabe ohne dokumentierten Entscheider

Der vorbereitende Lohnprozess ist kein Rechenvorgang, sondern eine Kette von Freigaben: Eintritt melden, Stammdaten pflegen, Anträge genehmigen, das Lohn-IT-System konform betreiben. Genau in dieser Kette entsteht der Schaden, der erst später sichtbar wird, denn jede dieser Entscheidungen ist rechtlich aufgeladen, ohne dass es ihr anzusehen ist.

Die Praxis belegt den Preis. Mehr als die Hälfte der Unternehmen musste in den vergangenen fünf Jahren Strafen oder Bußgelder wegen Fehlern in der Entgeltabrechnung zahlen (Alight Payroll Complexity Report 2024). Der finanzielle Schaden vermeidbarer Payroll-Fehler liegt bei zwei bis vier Prozent der gesamten Personalkosten. Diese Größenordnung steht in keiner Bilanz als vermeidbar markiert. Sie versteckt sich in versäumten Meldungen und falsch geführten Merkmalen.

Die Mitbestimmung entscheidet über die Einführung, nicht die Funktion

Ein Lohnsystem wird nicht akzeptiert, weil es technisch funktioniert, sondern weil der Betriebsrat es trägt. Nach Paragraph 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG ist jede Personalsoftware, die personenbezogene Daten speichert, eine technische Einrichtung, die zur Überwachung geeignet ist, und damit erzwingbar mitbestimmungspflichtig. Es genügt die Eignung zur Verhaltens- und Leistungskontrolle; die Absicht spielt keine Rolle.

Das verschiebt die eigentliche Hürde von der Technik in die Governance. Wer ein System einführt, ohne diese Zustimmung zu dokumentieren, riskiert die Einigungsstelle, ein Beschlussverfahren vor dem Arbeitsgericht und im Ergebnis ein Nutzungsverbot für eine bereits laufende Lösung. Die zentrale Frage vor jedem Rollout lautet deshalb nicht, ob das System rechnet, sondern ob der Betriebsrat unterschreibt. Genau diese Unterschrift muss vorbereitet sein, bevor das System produktiv geht.

Der Decision-Layer beantwortet die Frage des Betriebsrats, bevor sie gestellt wird

Dieser Agent ist kein weiteres Lohnsystem, sondern eine Schicht über den bestehenden Systemen. Er nimmt einem Abrechnungssystem nichts weg, sondern macht den vorgelagerten Prozess prüfbar, indem er für jeden Schritt dokumentiert, ob er regelbasiert, von einer KI nur angezeigt oder menschlich entschieden wurde.

Diese Unterscheidung ist die direkte Antwort auf zwei Vorbehalte zugleich. Artikel 22 DSGVO verbietet vollautomatisierte Einzelentscheidungen mit erheblicher Wirkung, und ein Lohnvorgang hat erhebliche Wirkung. Der Decision Layer weist nach, dass keine lohnwirksame Entscheidung allein von einer Maschine getroffen wird, und liefert damit dem Betriebsrat den Beleg, dass die KI nur als Indikator dient und niemals selbst einen Datensatz ändert. So wird aus einer Blockade-Diskussion eine Zustimmungsgrundlage.

Meldungen und Stammdaten sind Regelwerk, kein Ermessen

Die überwiegende Mehrheit der Prozessschritte ist deterministisch und gehört deshalb ins Regelwerk, nicht in ein KI-Modell. Die Anmeldung zur Sozialversicherung folgt nach Paragraph 28a SGB IV einem festen Verordnungslayout und einer harten Frist: spätestens mit der ersten Entgeltabrechnung, in Risikobranchen wie Bau, Gastronomie, Logistik oder Reinigung sogar als Sofortmeldung vor Arbeitsantritt. Versäumt ein Betrieb das, drohen Bußgeld und im Sofortmeldungs-Sektor der Anfangsverdacht auf Schwarzarbeit bei einer Kontrolle.

Auch der Abruf der Lohnsteuerabzugsmerkmale aus dem ELStAM-Verfahren nach Paragraph 39e EStG ist regelbasiert, ebenso die Prüfung gegen die gesetzliche Lohnuntergrenze von 13,90 Euro je Stunde ab dem 1. Januar 2026. Ein falsch geführtes Merkmal multipliziert sich über zwölf Monate zu einer Nachforderung und fällt unter die Arbeitgeber-Haftung nach Paragraph 42d EStG. Weil diese Schritte einer festen Logik folgen, müssen sie als Regel implementiert sein, nachvollziehbar und reproduzierbar, nicht als Wahrscheinlichkeitsaussage eines Modells.

Die KI zeigt an, der Mensch entscheidet, und der Audit-Trail beweist beides

Künstliche Intelligenz hat im Lohnprozess eine eng umrissene Rolle: Sie erkennt Auffälligkeiten in den Daten, die ein Mensch prüfen muss, und bewertet ausdrücklich nicht die Leistung oder das Verhalten von Beschäftigten. Ein untypischer Steuerklassenwechsel, ein Stammdatensatz, der von der Vorperiode abweicht, eine auffällige Konstellation bei variablen Bezügen, solche Muster meldet ein Modell zuverlässig zur Prüfung. Aber die Meldung ist kein Beschluss. Die KI markiert den Fall, der Mensch entscheidet, und der Datensatz bleibt unverändert, bis ein Mensch ihn freigibt.

Bestimmte Weichenstellungen bleiben ganz beim Menschen. Die Unterscheidung zwischen einem ärztlichen Beschäftigungsverbot und einer freiwilligen Erklärung im Mutterschutz ist eine Beurteilung von Gesundheitsdaten nach Artikel 9 DSGVO. Die Freigabe vor dem Zahllauf ist eine Letztverantwortung im Vier-Augen-Prinzip. Jede dieser Entscheidungen wird im Audit-Trail festgehalten, lückenlos, unveränderbar und nachvollziehbar. Das ist zugleich die Grundlage für die SV-Betriebsprüfung nach Paragraph 28p SGB IV, deren Fallauswahl die Rentenversicherung mit dem System KIRA seit 2025 KI-gestützt vorbereitet und ab 2026 flächendeckend einsetzen will: Wer hier Lücken hat, riskiert Beanstandung und Schätzung.

Prüfungssicher wird der Prozess durch lückenlose Nachvollziehbarkeit, nicht durch neue Software

Der eigentliche Wert dieses Agenten ist nicht eine weitere Automatisierung, sondern die revisionssichere Dokumentation jedes Prozessschritts. Sie verwandelt den Lohnprozess von einer Blackbox in einen prüfbaren Vorgang, und genau das verlangen die SV-Betriebsprüfung und der Betriebsrat gleichermaßen. Wo Standardanbieter Compliance als Feature-Haken behaupten, macht dieser Agent sie zur Architektur: Audit-Trail, Vier-Augen-Prinzip und menschliche Eskalation sind strukturell verankert, nicht nachträglich angeklebt.

Dazu gehört eine ehrliche Abgrenzung. Dieser Agent verantwortet den vorgelagerten HR-Prozess von Eintritt, Austritt und Stammdaten bis zu Meldungen und Freigaben. Die Brutto-Netto-Mathematik mit Lohnsteuer, Sozialabgaben und Pfändungsgrenzen liegt bewusst beim separaten Lohnbuchhaltungs-Agent. Diese Trennung ist selbst ein Vertrauenssignal gegenüber Wettbewerbern, die alles in einem Versprechen bündeln. Der nächste Schritt ist deshalb keine Software-Einführung, sondern eine Analyse, welche Schritte Ihres heutigen Lohnprozesses noch ohne dokumentierten Entscheider laufen.

Micro-Decision-Tabelle

Wer entscheidet bei diesem Agent?

15 Entscheidungsschritte, aufgeteilt nach Decider

67%(10/15)
Regelwerk
deterministisch
13%(2/15)
KI-Agent
modellbasiert mit Confidence
20%(3/15)
Mensch
explizit zugewiesen
Mensch
Regelwerk
KI-Agent
Jede Zeile ist eine Entscheidung. Aufklappen zeigt die Entscheidungsakte und ob man anfechten kann.
Lohnsteuerabzugsmerkmal aus ELStAM übernehmen Wird das elektronisch abgerufene Merkmal unverändert in den Stammdatensatz übernommen? Regelwerk

Das ELStAM-Verfahren nach Paragraph 39e EStG liefert Steuerklasse und Freibeträge elektronisch und verbindlich.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Stammdatenänderung des Beschäftigten einpflegen Wird eine geänderte Adresse oder Bankverbindung in die Stammdaten übernommen? Regelwerk

Die Übernahme folgt einem festen Datenschema ohne fachliches Ermessen.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

ELStAM-Änderungsliste abgleichen Wird ein vom Finanzamt gemeldeter Merkmalswechsel im Stammsatz nachgeführt? Regelwerk

Der Abgleich erfolgt regelbasiert gegen die elektronische Änderungsliste.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Anmeldung zur Sozialversicherung erzeugen Wird zum Eintritt fristgerecht eine DEÜV-Anmeldung erstellt? Regelwerk

Die Meldung nach Paragraph 28a SGB IV folgt einem festen Verordnungslayout und einer gesetzlichen Frist.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Sofortmeldung im Risikosektor auslösen Wird in einer meldepflichtigen Branche die Sofortmeldung vor Arbeitsantritt erzeugt? Regelwerk

Die Pflicht zur Sofortmeldung hängt deterministisch am hinterlegten Wirtschaftszweig.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Abmeldung zum Austritt erzeugen Wird zum Austrittsdatum die DEÜV-Abmeldung erstellt? Regelwerk

Der Meldegrund ergibt sich regelbasiert aus dem im Stammsatz geführten Austrittsdatum.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Mindestlohn-Untergrenze prüfen Erreicht der hinterlegte Stundensatz die gesetzliche Untergrenze? Regelwerk

Der Vergleich gegen den aktuellen Mindestlohn von 13,90 Euro je Stunde ist ein reiner Schwellenwert.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Self-Service-Antrag entlang der Hierarchie routen Wird ein Antrag auf Adress- oder IBAN-Änderung an den richtigen Genehmiger geleitet? Regelwerk

Das Routing folgt der konfigurierten Vorgesetzten- und Betriebsrats-Logik.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Konfessionsmerkmal für die Kirchensteuer führen Wird die für den Kirchensteuerabzug nötige Angabe im Stammsatz vorgehalten? Regelwerk

Die Angabe stammt aus dem ELStAM-Abruf und wird ohne eigene Bewertung gespeichert.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Audit-Trail für die Prüfung bereitstellen Werden alle Stammdaten- und Workflow-Änderungen revisionssicher exportiert? Regelwerk

Der Export folgt einem festen GoBD-konformen Protokollformat.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Stammdaten auf Plausibilität prüfen Weicht ein neuer Datensatz auffällig von der Vorperiode ab? KI-Agent WP/BP

Ein Modell markiert statistische Ausreißer und Anomalien zur menschlichen Prüfung.

Entscheidungsakte

Modell-Version und Confidence Score
Eingabedaten und Klassifikationsergebnis
Entscheidungsgrund (Erklärbarkeit)
Audit Trail mit vollständiger Nachvollziehbarkeit

Anfechtbar: Ja - vollständig dokumentiert, durch Menschen überprüfbar, Einspruch über formalen Prozess.

Anfechtbar durch: WP/BP

Auffälligen Steuerklassenwechsel anzeigen Ist ein gemeldeter Steuerklassenwechsel ungewöhnlich? KI-Agent WP/BP

Ein Indikator meldet unerwartete Wechsel, ohne den Stammsatz selbst zu ändern.

Entscheidungsakte

Modell-Version und Confidence Score
Eingabedaten und Klassifikationsergebnis
Entscheidungsgrund (Erklärbarkeit)
Audit Trail mit vollständiger Nachvollziehbarkeit

Anfechtbar: Ja - vollständig dokumentiert, durch Menschen überprüfbar, Einspruch über formalen Prozess.

Anfechtbar durch: WP/BP

Mutterschutz-Konstellation beurteilen Liegt ein ärztliches Beschäftigungsverbot oder eine freiwillige Erklärung vor? Mensch

Die Unterscheidung der Gesundheitsdaten nach Artikel 9 DSGVO erfordert eine menschliche Beurteilung.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Freigabe vor dem Zahllauf erteilen Wird der vorbereitete Lauf vor dem SEPA-Anstoß im Vier-Augen-Prinzip freigegeben? Mensch

Die Auszahlungsfreigabe verlangt eine menschliche Letztverantwortung.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Hinweis auf Lohnhinterziehung bearbeiten Wird ein Verdacht auf vorenthaltene Sozialabgaben über die Meldestelle behandelt? Mensch

Die vertrauliche Bearbeitung nach dem Hinweisgeberschutzgesetz ist einem Menschen vorbehalten.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Entscheidungsakte und Anfechtbarkeit

Jede Entscheidung, die dieser Agent trifft oder vorbereitet, wird in einer vollständigen Entscheidungsakte dokumentiert. Betroffene Mitarbeitende können jede einzelne Entscheidung einsehen, nachvollziehen und anfechten.

Welche Regel in welcher Version wurde angewandt?
Welche Daten lagen der Entscheidung zugrunde?
Wer (Mensch, Regelwerk oder KI) hat entschieden - und warum?
Wie kann die betroffene Person Einspruch einlegen?
So setzt der Decision Layer das architektonisch um →

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Governance-Hinweise

EU AI Act: Nicht Hochrisiko
Dieser Agent ist kein Hochrisiko-System nach EU AI Act: Die Hochrisiko-Einstufung im Beschäftigungskontext nach Anhang III Nummer 4 knüpft an den Einsatzzweck an, also an die Bewertung, Auswahl oder Leistungs- und Verhaltensüberwachung von Bewerbern oder Beschäftigten. Genau das tut dieser Agent nicht: Seine KI-Anomalieerkennung prüft die Plausibilität von Stammdaten, nicht die Leistung oder das Verhalten von Personen. Die hohen Anforderungen kommen stattdessen aus dem Sozial-, Steuer- und Datenschutzrecht. Der Lohnprozess verarbeitet besondere Kategorien personenbezogener Daten nach Artikel 9 DSGVO, etwa die Konfession für die Kirchensteuer, Gesundheitsdaten im Mutterschutz und Daten einer Lohnpfändung. Der Decision-Layer dokumentiert für jeden Schritt seinen Entscheider und seine Rechtsgrundlage, sodass der Betriebsrat nach Paragraph 87 BetrVG und die Datenschutzaufsicht die Verarbeitung lückenlos nachvollziehen können. Die KI agiert ausschließlich als Indikator und ändert niemals selbst einen lohnwirksamen Datensatz, womit das Verbot rein automatisierter Einzelentscheidungen nach Artikel 22 DSGVO strukturell eingehalten ist.

Bewertung

Agent Readiness 86-93%
Governance-Komplexität 76-83%
Economic Impact 84-91%
Leuchtturm-Wirkung 81-88%
Implementation Complexity 41-48%
Transaktionsvolumen Monatlich

Voraussetzungen

  • Ein angebundenes ELStAM-Verfahren für den elektronischen Abruf der Lohnsteuerabzugsmerkmale
  • Eine gepflegte Stammdatenbasis als verbindliche Quelle für Steuerklasse, Adresse und Bankverbindung
  • Eine Betriebsvereinbarung zur Nutzung des Lohnsystems nach Paragraph 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG
  • Ein definierter Freigabe-Workflow mit Vier-Augen-Prinzip vor dem Zahllauf
  • Eine Schnittstelle zum Abrechnungssystem wie DATEV, SAP HCM oder Personio

Infrastruktur-Beitrag

Der Lohnprozess-Agent legt sich als Decision-Layer über die bestehende HR- und Abrechnungssoftware, ohne sie zu ersetzen. Die ELStAM-Synchronisation, die DEÜV-Meldungs-Erzeugung und die Audit-Trail-Engine bilden eine gemeinsame Grundlage für angrenzende HR-Agenten, die in dieselben Systeme schreiben. Die Trennung von Regelwerk, KI-Indikator und menschlicher Freigabe wird dabei zum Standard für alle compliance-relevanten Prozesse und schafft die Grundlage für einen betriebsratsfesten und datenschutzkonformen Lohnprozess.

Was diese Erstbewertung enthält: 9 Slides für Ihr Führungsteam

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  1. 1

    Titelfolie - Prozessname, Entscheidungspunkte, Automatisierungspotenzial

  2. 2

    Executive Summary - FTE-Freisetzung, Kosten pro Vorgang vorher/nachher, Break-Even-Datum, Kosten des Wartens

  3. 3

    Ausgangslage - Transaktionsvolumen, Fehlerkosten, Wachstumsszenario mit FTE-Vergleich

  4. 4

    Lösungsarchitektur - Mensch - Regelwerk - KI-Agent mit konkreten Entscheidungspunkten

  5. 5

    Governance - EU AI Act, Betriebsrat (§87 BetrVG), Audit Trail - mit Ampelstatus

  6. 6

    Risikoanalyse - 5 Risiken mit Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkung und Gegenmaßnahme

  7. 7

    Roadmap - 3-Phasen-Plan mit konkreten Kalenderdaten und Go/No-Go

  8. 8

    Business Case - 3-Szenarien-Vergleich (Nichtstun/Neueinstellung/Automatisierung) plus 3×3-Sensitivitätsmatrix

  9. 9

    Diskussionsvorschlag - Konkrete nächste Schritte mit Zeitplan und Verantwortlichkeiten

Enthält: 3-Szenarien-Vergleich

Nichtstun vs. Neueinstellung vs. Automatisierung - mit Ihrem Gehaltsniveau, Ihrer Fehlerquote und Ihrem Wachstumsplan. Die eine Slide, die Ihr CFO als erstes sehen will.

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Stundensatz: Jahresgehalt (Ihre Eingabe) × 1,3 AG-Anteil ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden

Einsparung: Vorgänge × 12 × Automatisierungsrate × Minuten/Vorgang × Stundensatz × Economic Factor

Qualitäts-ROI: Fehlerreduktion × Vorgänge × 12 × EUR 260/Fehler (APQC Open Standards Benchmarking)

FTE: Eingesparte Stunden ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden

Break-Even: Benchmark-Investition ÷ monatliche Gesamteinsparung (Effizienz + Qualität)

Neueinstellung: Jahresgehalt × 1,3 + EUR 12.000 Recruiting pro FTE

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Economic: 81-88%
Governance: 74-81%
Micro-Decisions: 15
Monatlich

HR-Steuer-SV-Stammdaten-Agent

Steuer- und SV-Stammdaten sauber gepflegt, bevor die Lohnabrechnung läuft: ELStAM nach §39e EStG, Krankenkassen-Wahl mit Wahlrechts-Beratung, Steuerklassen-Wechsel nach §38b EStG und Konfession samt Kirchensteuer nach §51a EStG. Die monatliche Lohnsteuer-Anmeldung §41a EStG und der DEÜV-Datentransfer laufen im Lohnsteuer-Agent.

W D
Readiness: 84-91%
Economic: 81-88%
Governance: 76-83%
Micro-Decisions: 15
Monatlich

Häufige Fragen

Ersetzt der Agent unsere bestehende Abrechnungssoftware?

Nein. Der Agent legt sich als Decision-Layer über Ihre bestehende Software wie DATEV oder Personio und automatisiert die vorbereitenden Prozessschritte rund um Stammdaten, Meldungen und Freigaben. Ihr Abrechnungssystem behalten Sie.

Trifft die KI eigenständig lohnwirksame Entscheidungen?

Nein. Die KI agiert ausschließlich als Indikator und meldet Auffälligkeiten zur menschlichen Prüfung. Jeder lohnwirksame Schritt bleibt regelbasiert oder wird von einem Menschen entschieden, und kein Datensatz wird durch ein Modell geändert.

Wie nehmen wir den Betriebsrat auf dieser Grundlage mit?

Der Agent macht für jeden Prozessschritt sichtbar, wer entscheidet, und belegt damit gegenüber dem Betriebsrat nach Paragraph 87 BetrVG schwarz auf weiss, dass die KI niemals selbst Löhne ändert. Aus einer Blockade-Diskussion wird so eine Zustimmungsgrundlage.

Wie stellt der Agent fristgerechte DEÜV-Meldungen sicher?

Der Agent erzeugt die Anmeldung zum Eintritt und die Abmeldung zum Austritt regelbasiert nach Paragraph 28a SGB IV, löst in Risikobranchen die Sofortmeldung vor Arbeitsantritt aus und dokumentiert jede Übermittlung revisionssicher.

Was passiert mit besonders geschützten Daten wie der Konfession?

Besondere Kategorien nach Artikel 9 DSGVO werden nur für den gesetzlich vorgeschriebenen Zweck verarbeitet, und jeder Zugriff wird im Audit-Trail revisionssicher protokolliert. Das ist zugleich der Nachweis für die Datenschutzaufsicht.

Berechnet der Agent auch das Netto-Entgelt?

Nein. Die Brutto-Netto-Mathematik mit Lohnsteuer, Sozialabgaben und Pfändungsgrenzen liegt bewusst beim separaten Lohnbuchhaltungs-Agent. Dieser Agent verantwortet den vorgelagerten HR-Prozess von Eintritt über Stammdaten bis Freigabe.

Was passiert als Nächstes?

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