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EU AI Act: Nicht Hochrisiko

Talent-Pool-Management-Agent

Beim Talent-Pool ist fast alles Regelwerk; die KI liefert nur einen Vorschlag, und wer am Ende angesprochen wird, entscheidet immer der Mensch.

Talent-Pool DSGVO-konform: Einwilligung als Grundlage, 6-Monats-Löschfrist für Unterlagen, AGG-sichere Auswahl. Die KI sortiert vor, der Mensch entscheidet.

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Auf welcher Grundlage darf ein Talent-Pool überhaupt betrieben werden?

Nach überwiegender aufsichtsbehördlicher Auffassung ist die aktive, freiwillige und befristete Einwilligung des Bewerbers nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO die tragfähigste Rechtsgrundlage. Ein nachträglicher Wechsel auf berechtigtes Interesse allein zur Heilung einer fehlenden Einwilligung ist regelmäßig unzulässig. Die KI darf an genau einer Stelle einen Vorschlag liefern; die ergebnisrelevante Auswahl bleibt beim Menschen.

Ergebnis: Wer ohne gültige Einwilligung in den Pool aufnimmt, riskiert ein Aufsichtsbehörden-Verfahren mit Bußgeld bis 20 Mio. Euro oder 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes; wer diskriminierend auswählt, eine angemessene Entschädigung nach Paragraph 15 AGG.

65% Regelwerk
14% KI-Agent
21% Mensch

Die eigentliche Frage ist deshalb nicht, ob KI den Pool pflegt, sondern wer pro Schritt entscheidet: Regelwerk, KI oder Mensch.

Der Talent-Pool ist kein Speicherproblem. Die Frage ist, wer entscheidet.

Ein Fehler im Pool kostet mehr als der ganze Effizienzgewinn

Wer einen Talent-Pool als Datenbank für abgelehnte Bewerber begreift, unterschätzt das rechtliche Risiko. Die Speicherung selbst ist trivial; die schwierige Frage ist, wer in den Pool darf, wie lange er bleibt und nach welchen Kriterien er für eine neue Stelle wieder hervorgeholt wird. Jede dieser Fragen ist gesetzlich vordefiniert, und ein einziger Fehler kostet schnell mehr als der gesamte Effizienzgewinn, den der Pool je einbringt: Ein Datenschutzverstoß fällt in den oberen Bußgeld-Rahmen der DSGVO, und eine diskriminierende Vorauswahl löst eine Entschädigung nach dem AGG aus.

Ein KI-Agent löst dieses Problem nicht, indem er den Pool automatisch pflegt. Er löst es, indem er pro Schritt sauber trennt, wer entscheidet: Regelwerk, KI oder Mensch. Genau das leistet der Decision Layer - er macht nachprüfbar, dass die rechtlich heiklen Entscheidungen dort liegen, wo sie liegen müssen. Damit ist der Agent eine Schicht über den bestehenden Recruiting-Systemen, nicht ihr Ersatz.

Talent-Pool DSGVO-konform aufbauen: was Regelwerk ist und was nicht

Fast alles, was den Pool rechtssicher macht, ist deterministisch. Die Aufnahme setzt eine gültige Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO voraus - vorhanden oder nicht, ohne Ermessen. Die Aufbewahrungsfrist abgelehnter Unterlagen beträgt sechs Monate - zwei Monate zur Geltendmachung von AGG-Ansprüchen nach Paragraph 15 Abs. 4 AGG, drei Monate Klagefrist nach Paragraph 61b ArbGG und ein Monat Puffer; danach greift die Löschpflicht nach Art. 17 DSGVO kalendergenau. Die Pool-Einwilligung selbst ist auf ein bis zwei Jahre zu befristen, wie es die Datenschutz-Aufsichtsbehörden empfehlen, und läuft dann regelbasiert ab.

Auch die diskriminierungsfreie Segmentierung ist Regelwerk: Erlaubte Kriterien wie Erfahrung, Zertifikate und Sprachen stehen auf einer Whitelist, verbotene Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Herkunft auf einer Blacklist. Selbst die Frage, ob der Betriebsrat zustimmen muss, folgt einer klaren Klassifikationsregel - eine Plattform mit Tracking gilt als technische Überwachungseinrichtung nach Paragraph 87 BetrVG und löst die Mitbestimmung aus. Ein Agent kann diese Schritte schneller und fehlerfreier abarbeiten als ein Mensch, und jeder Schritt bleibt auf seine Regel zurückführbar.

Die KI liefert genau einen Indikator: den Vorschlag, nicht die Entscheidung

Der einzige Schritt, der sich nicht in Regeln fassen lässt, ist die Vorauswahl. Wenn eine Vakanz offen ist, berechnet die KI ein Ranking der passenden Pool-Kandidaten. Dieses Ranking ist ein Modell-Output und damit unscharf; es ist ein Hinweis, kein Faktum. Genau hier, und nur hier, liefert die KI ihren Mehrwert: Sie sichtet einen großen Pool in Sekunden und schlägt vor, wen ein Recruiter genauer ansehen sollte.

Damit dieser Vorschlag verwertbar bleibt, muss er anfechtbar sein. Das Ranking ist erklärbar zu halten und gegen einen Bias-Audit zu prüfen, denn ab dem 2. August 2026 gilt Recruiting-KI nach Anhang III Nummer 4 des EU AI Act als Hochrisiko-System mit voller Pflicht zu Risikomanagement, Bias-Tests und menschlicher Aufsicht. Eine politische Einigung vom Mai 2026 will diesen Stichtag für Standalone-Systeme auf Ende 2027 verschieben - bis das im Amtsblatt steht, ist der August 2026 das bindende Datum.

Die ergebnisrelevante Entscheidung bleibt strukturell beim Menschen

Wer am Ende angesprochen und eingeladen wird, ist eine rechtlich erhebliche Auswahl-Entscheidung. Sie darf nach Art. 22 DSGVO und Artikel 14 des EU AI Act nicht von der KI getroffen werden, sondern vom Recruiter. Der KI-Vorschlag ist dabei Input, keine Vorentscheidung, und der Mensch muss ihn überstimmen können. Ebenso bleibt die juristische Beurteilung beim Menschen, ob bei einer AGG-Klage belegbar nicht diskriminiert wurde - die Bewertung der Beweislage nach Paragraph 22 AGG ist kein Rechenproblem.

Genau diese Verankerung macht den Pool betriebsratsfähig. Ein System, bei dem belegbar ist, dass die KI nur vorschlägt und nie über Menschen entscheidet, lässt sich einer Mitbestimmungs-Instanz vermitteln - ein Black-Box-Matcher nicht. Die Trennung in Regelwerk, KI-Indikator und menschliche Freigabe ist damit nicht nur rechtlich geboten, sondern auch das Argument, das eine Pool-Plattform überhaupt durch die Gremien bringt.

Warum die Entscheidungs-Architektur das eigentliche Produkt ist

Wettbewerber verkaufen einen DSGVO-konformen Talent-Pool mit Einwilligungs-Workflow und Audit-Trail. Das ist Feature-Sprache, eine reine Speicher- und Workflow-Funktion. Sie bieten Bias-Audit-Module an, lassen aber offen, ob die KI am Ende doch durchentscheidet. Vor Gericht zählt jedoch nicht, dass ein Tool im Einsatz war, sondern dass der Entscheidungs-Layer pro Schritt belegbar ist. Bei der Beweislastumkehr nach Paragraph 22 AGG ist der dokumentierte Decision-Record die Verteidigung, nicht das Logo des Bewerbermanagement-Systems.

Dieser Agent verkauft deshalb keine weitere Datenbank, sondern eine prüfbare Entscheidungs-Architektur: Pro Mikroschritt ist festgehalten, ob das Regelwerk, die KI oder der Mensch entschieden hat. Regelwerk hält Fristen und Rechtsgrundlagen, KI sortiert vor, der Mensch entscheidet, wen er anspricht. Der Pflegeaufwand für Einwilligungs-Trail, Betriebsvereinbarung und Kriterienkatalog zahlt sich genau dann aus, wenn aus dem Pool eine offene Stelle ohne erneute Ausschreibung besetzt wird - und im Prüfungsfall jede Speicherung und jede Auswahl belegbar bleibt. Wer diesen Ansatz auf das eigene Recruiting übertragen will, sollte als Nächstes eine Prozess-Analyse der eigenen Bewerber- und Pool-Pflege angehen - sie zeigt, an welchen Stellen heute noch unklar ist, wer eigentlich entscheidet.

Auf einen Blick

  • Was er tut: Er verwaltet abgelehnte Bewerber in einem rechtssicheren Talent-Pool, holt und versioniert die Einwilligung, überwacht Löschfristen automatisch und liefert bei offenen Stellen einen Passungs-Indikator.
  • Klassifikation: Hybrid - Einwilligung, Fristen und Löschung sind Regelwerk, die Vorauswahl bleibt beim Menschen.
  • Entscheidungslogik: Regelbasierte Compliance-Schritte mit KI-Passungs-Indikator; die wertende Vorauswahl trifft der Recruiter.
  • Compliance-Anker: DSGVO (Art. 6, 7, 17, 22), BDSG, AGG (Paragraph 15, 22), BetrVG (Paragraph 87), EU AI Act (Anhang III Nummer 4).
  • Integration: Legt sich als Decision-Layer über das bestehende Recruiting-System (Personio, Greenhouse, SAP SuccessFactors) - kein Ersatz.
  • Prüfungsfall: Bei einer Datenschutz-Prüfung oder einer AGG-Entschädigungsklage ist jede Speicherung auf ihre Rechtsgrundlage und jede Vorauswahl auf ihren menschlichen Entscheider zurückführbar.

Micro-Decision-Tabelle

Wer entscheidet bei diesem Agent?

14 Entscheidungsschritte, aufgeteilt nach Decider

65%(9/14)
Regelwerk
deterministisch
14%(2/14)
KI-Agent
modellbasiert mit Confidence
21%(3/14)
Mensch
explizit zugewiesen
Mensch
Regelwerk
KI-Agent
Jede Zeile ist eine Entscheidung. Aufklappen zeigt die Entscheidungsakte und ob man anfechten kann.
Einwilligung prüfen Liegt eine gültige, nicht widerrufene Einwilligung für die Pool-Aufnahme vor? Regelwerk

Die Prüfung ist deterministisch und ergibt aus den Kriterien vorhanden, gültig und nicht widerrufen ein klares Ja oder Nein.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Rechtsgrundlage festlegen Wird die Aufnahme ausschließlich auf die Einwilligung nach Artikel 6 Absatz 1 lit. a DSGVO gestützt? Regelwerk

Ein nachträglicher Wechsel auf berechtigtes Interesse allein zur Heilung einer fehlenden Einwilligung ist nach aufsichtsbehördlicher Auffassung regelmäßig unzulässig, sodass die Einwilligung die tragfähige Grundlage bildet.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Aufbewahrungsfrist berechnen Wie lange dürfen die Bewerbungsunterlagen aufbewahrt werden? Regelwerk

Die Frist von sechs Monaten ergibt sich aus zwei Monaten Geltendmachung nach Paragraph 15 Abs. 4 AGG, drei Monaten Klagefrist nach Paragraph 61b ArbGG und einem Puffer ab dem Absagedatum.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Automatische Löschung nach Frist Werden die Unterlagen nach Ablauf der Frist ohne separate Einwilligung gelöscht? Regelwerk

Die Löschpflicht nach Artikel 17 DSGVO greift kalendergenau und lässt keinen Ermessensspielraum.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Befristung der Pool-Einwilligung Läuft die Pool-Einwilligung nach der vereinbarten Befristung ab? Regelwerk

Die von den Aufsichtsbehörden empfohlene Befristung von ein bis zwei Jahren ist eine reine Kalenderregel.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Re-Einwilligung anstoßen Wird vor Ablauf der Befristung eine erneute Einwilligung eingeholt? Regelwerk

Der Anstoß folgt einem festen Schwellenwert vor dem Ablaufdatum und braucht kein menschliches Urteil.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Widerruf verarbeiten Wird ein eingegangener Widerruf sofort umgesetzt? Regelwerk

Ein Widerruf führt regelbasiert zur sofortigen Entfernung aus dem Pool ohne weitere Abwägung.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Segmentierungskriterien anwenden Werden ausschließlich sachliche, diskriminierungsfreie Kriterien für die Segmentierung genutzt? Regelwerk

Erlaubte Kriterien wie Erfahrung, Zertifikate und Sprachen sind als Whitelist hinterlegt, verbotene Merkmale als Blacklist.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Mitbestimmung klassifizieren Unterliegt die Aktivierung der Plattform der Mitbestimmung des Betriebsrats? Regelwerk

Eine Plattform mit Tracking-Funktion gilt als technische Überwachungseinrichtung nach Paragraph 87 BetrVG und löst die Mitbestimmung aus.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Eignungs-Indikator berechnen Welche Pool-Kandidaten passen zu einer offenen Vakanz? KI-Agent

Die KI berechnet ein unscharfes Ranking als Modell-Output, das einen Vorschlag liefert und kein Faktum.

Entscheidungsakte

Modell-Version und Confidence Score
Eingabedaten und Klassifikationsergebnis
Entscheidungsgrund (Erklärbarkeit)
Audit Trail mit vollständiger Nachvollziehbarkeit

Anfechtbar: Ja - vollständig dokumentiert, durch Menschen überprüfbar, Einspruch über formalen Prozess.

Indikator anfechtbar halten Ist das KI-Ranking nachvollziehbar und durch einen Auditor prüfbar? KI-Agent

Der Vorschlag muss erklärbar und gegen einen Bias-Audit anfechtbar sein und bleibt damit ein KI-Hinweis.

Entscheidungsakte

Modell-Version und Confidence Score
Eingabedaten und Klassifikationsergebnis
Entscheidungsgrund (Erklärbarkeit)
Audit Trail mit vollständiger Nachvollziehbarkeit

Anfechtbar: Ja - vollständig dokumentiert, durch Menschen überprüfbar, Einspruch über formalen Prozess.

Diskriminierungs-Verteidigung beurteilen Lässt sich bei einer AGG-Klage belegen, dass nicht diskriminiert wurde? Mensch

Die Bewertung der Beweislage nach Paragraph 22 AGG ist eine juristische Beurteilung des Menschen.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Kandidaten ansprechen Welcher Kandidat wird tatsächlich kontaktiert und eingeladen? Mensch

Diese rechtlich erhebliche Auswahl muss nach Artikel 22 DSGVO der Recruiter treffen und nicht die KI.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Pool-Strategie freigeben Wird die gesamte Pool-Konfiguration für den Produktivbetrieb freigegeben? Mensch

Die finale Freigabe trägt die Verantwortung gegenüber Aufsicht und Betriebsrat und bleibt beim Menschen.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Entscheidungsakte und Anfechtbarkeit

Jede Entscheidung, die dieser Agent trifft oder vorbereitet, wird in einer vollständigen Entscheidungsakte dokumentiert. Betroffene Mitarbeitende können jede einzelne Entscheidung einsehen, nachvollziehen und anfechten.

Welche Regel in welcher Version wurde angewandt?
Welche Daten lagen der Entscheidung zugrunde?
Wer (Mensch, Regelwerk oder KI) hat entschieden - und warum?
Wie kann die betroffene Person Einspruch einlegen?
So setzt der Decision Layer das architektonisch um →

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Governance-Hinweise

EU AI Act: Nicht Hochrisiko
Der Talent-Pool-Management-Agent selbst ist kein Hochrisiko-System nach EU AI Act, weil die Pool-Pflege ein Datenmanagement ohne Auswahl-Entscheidung ist. Sobald jedoch ein KI-Talent-Matching pro Vakanz vorschlägt, greift Anhang III Nummer 4 des EU AI Act, dessen Hochrisiko-Pflichten rechtlich ab dem 2. August 2026 gelten. Eine politische Einigung vom Mai 2026 will diesen Stichtag für Standalone-Systeme auf Ende 2027 verschieben, doch diese Verschiebung ist noch nicht im EU-Amtsblatt in Kraft. Jeder Pool-Vorgang durchläuft den Decision-Layer, der festhält, welche Entscheidung das Regelwerk getroffen hat, was die KI als Eignungs-Indikator vorgeschlagen hat und wo der Mensch über Ansprache und Freigabe entschieden hat. Dieser Audit-Trail ist die eigentliche Verteidigung bei der Beweislastumkehr nach Paragraph 22 AGG und gegenüber den Datenschutz-Aufsichtsbehörden. Die ergebnisrelevante Auswahl bleibt strukturell beim Menschen, und der KI-Vorschlag ist nach Artikel 22 DSGVO jederzeit anfechtbar.

Bewertung

Agent Readiness 72-79%
Governance-Komplexität 30-37%
Economic Impact 48-55%
Leuchtturm-Wirkung 20-27%
Implementation Complexity 23-30%
Transaktionsvolumen Wöchentlich

Voraussetzungen

  • Ein revisionssicher dokumentierter Einwilligungs-Trail je Kandidat als Datenbasis
  • Eine abgeschlossene Betriebsvereinbarung nach Paragraph 87 BetrVG für die Pool-Plattform
  • Ein hinterlegter Kriterienkatalog mit erlaubten und verbotenen Segmentierungsmerkmalen
  • Eine Schnittstelle zum bestehenden Recruiting-System wie Personio, Greenhouse oder SAP SuccessFactors

Infrastruktur-Beitrag

Der Talent-Pool-Management-Agent liegt als Decision-Layer über den bestehenden Recruiting-Systemen. Er ersetzt weder Personio noch Greenhouse oder SAP SuccessFactors, sondern macht ihre Pool-Entscheidungen nachprüfbar und dokumentiert den Weg von der Einwilligung bis zur menschlichen Auswahl. Die Einwilligungs- und Fristen-Engine sowie der Audit-Trail bilden dieselbe Grundlage für angrenzende Recruiting-Agenten, die qualifizierte Pool-Mitglieder für eine konkrete Vakanz weiterverarbeiten.

Was diese Erstbewertung enthält: 9 Slides für Ihr Führungsteam

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  1. 1

    Titelfolie - Prozessname, Entscheidungspunkte, Automatisierungspotenzial

  2. 2

    Executive Summary - FTE-Freisetzung, Kosten pro Vorgang vorher/nachher, Break-Even-Datum, Kosten des Wartens

  3. 3

    Ausgangslage - Transaktionsvolumen, Fehlerkosten, Wachstumsszenario mit FTE-Vergleich

  4. 4

    Lösungsarchitektur - Mensch - Regelwerk - KI-Agent mit konkreten Entscheidungspunkten

  5. 5

    Governance - EU AI Act, Betriebsrat (§87 BetrVG), Audit Trail - mit Ampelstatus

  6. 6

    Risikoanalyse - 5 Risiken mit Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkung und Gegenmaßnahme

  7. 7

    Roadmap - 3-Phasen-Plan mit konkreten Kalenderdaten und Go/No-Go

  8. 8

    Business Case - 3-Szenarien-Vergleich (Nichtstun/Neueinstellung/Automatisierung) plus 3×3-Sensitivitätsmatrix

  9. 9

    Diskussionsvorschlag - Konkrete nächste Schritte mit Zeitplan und Verantwortlichkeiten

Enthält: 3-Szenarien-Vergleich

Nichtstun vs. Neueinstellung vs. Automatisierung - mit Ihrem Gehaltsniveau, Ihrer Fehlerquote und Ihrem Wachstumsplan. Die eine Slide, die Ihr CFO als erstes sehen will.

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Stundensatz: Jahresgehalt (Ihre Eingabe) × 1,3 AG-Anteil ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden

Einsparung: Vorgänge × 12 × Automatisierungsrate × Minuten/Vorgang × Stundensatz × Economic Factor

Qualitäts-ROI: Fehlerreduktion × Vorgänge × 12 × EUR 260/Fehler (APQC Open Standards Benchmarking)

FTE: Eingesparte Stunden ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden

Break-Even: Benchmark-Investition ÷ monatliche Gesamteinsparung (Effizienz + Qualität)

Neueinstellung: Jahresgehalt × 1,3 + EUR 12.000 Recruiting pro FTE

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Ein Scheduling-Agent beschleunigt die Interview-Phase nur dann rechtssicher, wenn er Termine optimiert und jede Auswahlentscheidung beim Menschen lässt.

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EU AI Act III(4)(a): Hochrisiko
Readiness: 78-85%
Economic: 54-61%
Governance: 24-31%
Micro-Decisions: 14
Täglich

Häufige Fragen

Darf ein abgelehnter Bewerber automatisch in den Talent-Pool übernommen werden?

Nein. Erforderlich ist eine aktive, freiwillige und befristete Einwilligung nach Artikel 6 Absatz 1 lit. a DSGVO. Ein nachträglicher Wechsel auf berechtigtes Interesse allein zur Heilung einer fehlenden Einwilligung ist nach überwiegender aufsichtsbehördlicher Auffassung regelmäßig unzulässig und begründet ein Bußgeldrisiko bis 20 Mio. Euro oder 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Wie lange dürfen Bewerbungsunterlagen aufbewahrt werden?

Bewerbungsunterlagen aus einem konkreten Verfahren höchstens sechs Monate - zwei Monate zur Geltendmachung von AGG-Ansprüchen nach Paragraph 15 Abs. 4 AGG, drei Monate Klagefrist nach Paragraph 61b ArbGG und ein Monat Puffer. Danach besteht ohne separate Einwilligung eine Löschpflicht nach Artikel 17 DSGVO. Für die Pool-Speicherung gilt die in der Einwilligung festgelegte Dauer; die Aufsichtsbehörden empfehlen ein bis zwei Jahre.

Braucht die Einführung einer Talent-Pool-Plattform den Betriebsrat?

Ja. Eine Plattform mit Tracking oder Engagement-Scoring gilt als technische Überwachungseinrichtung und unterliegt der Mitbestimmung nach Paragraph 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG. Ohne Zustimmung ist die Maßnahme unwirksam und es droht ein Unterlassungsanspruch.

Darf die KI entscheiden, wer aus dem Pool angesprochen wird?

Nein. Die KI liefert nur einen anfechtbaren Eignungs-Indikator. Die rechtlich erhebliche Auswahl-Entscheidung muss nach Artikel 22 DSGVO und Artikel 14 des EU AI Act ein Mensch treffen.

Was ändert sich durch den EU AI Act für Recruiting-KI?

Recruiting-KI gilt nach Anhang III Nummer 4 als Hochrisiko-System mit vollen Pflichten zu Risikomanagement, Bias-Tests und menschlicher Aufsicht. Der Stichtag ist rechtlich der 2. August 2026; eine politische Einigung will ihn auf Ende 2027 verschieben, was aber noch nicht in Kraft ist.

Wie verteidigt der Pool gegen eine AGG-Diskriminierungsklage?

Über den dokumentierten Decision-Record. Bei der Beweislastumkehr nach Paragraph 22 AGG zählt der nachprüfbare Nachweis sachlicher Auswahlkriterien, nicht das eingesetzte Tool. Der Arbeitgeber schuldet eine angemessene Entschädigung nach Paragraph 15 Absatz 2 AGG; auf höchstens drei Bruttomonatsgehälter begrenzt ist sie nur dann, wenn der Bewerber auch bei benachteiligungsfreier Auswahl nicht eingestellt worden wäre, andernfalls ohne feste Obergrenze.

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