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EU AI Act III(4)(a): Hochrisiko

Bewerber-Screening-Agent

Aus jeder Bewerbung wird eine nachvollziehbare Auswahlentscheidung, die zeigt, wer sie verantwortet - Regelwerk, KI-Vorschlag oder Mensch - und die vor dem Arbeitsgericht hält.

Bewerber-Vorauswahl, die der Betriebsrat unterschreibt: Regelwerk filtert, KI begründet, der Mensch entscheidet - DSGVO Art. 22 und AGG-fest dokumentiert.

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Wer hat hier abgesagt - und kann der Arbeitgeber beweisen, dass es nicht der Algorithmus war?

Bewerbungen zu sortieren ist gelöst; nachweisen zu können, dass ein Mensch jede Absage verantwortet hat und sie nicht diskriminierend war, ist es nicht. Der Agent trennt jeden Schritt in drei klar getrennte Quellen: deterministisches Regelwerk, KI-Vorschlag mit Begründung und menschliche Entscheidung - und protokolliert sie nachvollziehbar.

Ergebnis: Eine Bewerbungsablehnung allein durch Algorithmus ist nach Artikel 22 DSGVO verboten; und legt ein abgelehnter Bewerber Indizien für Diskriminierung vor, muss nach Paragraph 22 AGG der Arbeitgeber das Gegenteil beweisen - bei einer Blackbox-KI ohne dokumentierte Begründung ist dieser Gegenbeweis praktisch unmöglich. Der Agent lässt die Begründung zur Laufzeit entstehen, statt sie nach der Klage zu rekonstruieren.

50% Regelwerk
25% KI-Agent
25% Mensch

Die Architektur folgt daraus, dass die KI nie der letzte Schritt vor einer Absage sein darf und jede Entscheidung einer dieser drei Quellen zugeordnet sein muss:

Die KI sortiert. Aber die Absage darf sie nie aussprechen.

Jedes Screening-Tool sortiert. Keines liefert den Entlastungsbeweis.

SAP SuccessFactors, Workday, Personio - aus einem Stapel Bewerbungen wird per Knopfdruck eine sortierte Liste. Das ist seit Jahren Standard. Die Frage, an der ein Recruiting-Prozess und eine Diskriminierungsklage wirklich hängen, beantwortet keines dieser Systeme: Hat ein Mensch jede Absage verantwortet, auf welcher sachlichen Grundlage - und können Sie das beweisen, wenn ein abgelehnter Bewerber vor dem Arbeitsgericht steht?

Dieser Agent folgt dem Decision Layer-Prinzip: Jeder Schritt ist entweder regelbasiert, ein KI-Vorschlag oder eine menschliche Entscheidung - klar getrennt und nachvollziehbar protokolliert. Nach Anhang III Nr. 4a EU AI Act ist Bewerber-Screening ein Hochrisiko-System. Diese Einstufung steht fest; ihr Stichtag verschiebt sich voraussichtlich auf Dezember 2027 (Stand: Mai 2026). Hochrisiko bleibt es trotzdem - also baut man die Governance jetzt richtig.

Die zwei Linien, die jedes Screening-Tool reißt: Artikel 22 und die Beweislast

Die meisten Anbieter verkaufen “die KI macht eure Vorauswahl” und kleben ein Compliance-Siegel daneben. Zwei harte Rechtslinien werden dabei regelmäßig überfahren, und beide sind teuer.

Die erste zieht Artikel 22 DSGVO: Eine Bewerbungsablehnung allein durch einen Algorithmus, ohne menschliche Letztentscheidung, ist eine verbotene automatisierte Einzelentscheidung mit erheblicher Wirkung. Wer eine KI über Absagen entscheiden lässt, riskiert ein Bußgeld bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Konzernumsatzes (Art. 83 Abs. 5, Stand: Mai 2026) - dazu Schadensersatz. Der Mensch muss die Absage tragen, nicht das Modell.

Die zweite zieht das AGG, und sie ist im Alltag noch gefährlicher. Legt ein abgelehnter Bewerber Indizien für eine Diskriminierung vor - etwa weil die KI über ein Proxy-Merkmal wie Foto, Name oder Beschäftigungslücke gefiltert hat -, kehrt Paragraph 22 AGG die Beweislast um: Dann muss der Arbeitgeber beweisen, dass nicht diskriminiert wurde. Bei einer Blackbox-KI, die einen Score ohne Begründung ausspuckt, ist dieser Gegenbeweis praktisch unmöglich - der Score wird zum Belastungsindiz ohne Entlastungsmöglichkeit. Die Entschädigung bei Nichteinstellung beträgt bis zu drei Monatsgehälter (Paragraph 15 AGG, Stand: Mai 2026), geltend zu machen binnen zwei Monaten ab Zugang der Absage. Genau hier verfehlen Score-Tools ihr eigentliches Versprechen: Sie sollen Risiko senken und erzeugen in Wahrheit ein neues.

Drei Quellen, klar getrennt: wer entscheidet was

Statt einer Blackbox macht der Agent für jeden Schritt sichtbar, aus welcher von drei Quellen die Entscheidung stammt. Das ist die direkte Antwort auf die zwei Rechtslinien oben.

QuelleWas sie entscheidetBeispiel im Screening
Regelwerk (R)Alles Deterministische, kein ErmessenK.O.-Kriterien wie Pflicht-Qualifikation, Mindest-Berufsjahre, Sprachniveau; formale Vollständigkeit
KI-Vorschlag (A)Schlägt vor und begründet, entscheidet nieSkill-Match gegen das Anforderungsprofil, Markieren statistischer Auffälligkeiten
Mensch (H)Auswahl, Absage und rechtliche BeurteilungShortlist- und Ablehnungsentscheidung, Anhörung der Schwerbehindertenvertretung

Das Regelwerk filtert hart und reproduzierbar, die KI sortiert und begründet, der Mensch entscheidet und haftet. Diese Trennung ist juristisch tragend, nicht kosmetisch. K.O.-Kriterien wie Pflicht-Qualifikation, geforderte Berufsjahre oder ein nachgewiesenes Sprachniveau stehen im Anforderungsprofil, enthalten kein geschütztes Merkmal und sind für jeden Bewerber reproduzierbar - das macht sie AGG-fest: Wer hier aussortiert wird, sieht das objektive Kriterium. Der Skill-Match ist eine andere Klasse: Die KI extrahiert Qualifikationen, gewichtet sie und liefert je Treffer eine Begründung, aber Geburtsdatum, Foto, Familienstand oder Herkunft gehen nie in die Bewertung ein, weil sie keine fachliche Aussage tragen und sofort zu Proxy-Diskriminierung führen. Hier liegt auch der Schutz für schwerbehinderte Bewerber: Ein naiver Algorithmus, der eine Beschäftigungslücke negativ scort, diskriminiert mittelbar wegen Behinderung und verstößt gegen Paragraph 164 Abs. 2 SGB IX. Deshalb begründet die KI jeden Score-Abzug offen - ein Abzug, der auf eine Lücke zurückgeht, wird zum Prüf-Indiz für den Menschen, nicht zur stillen Absage.

Der entscheidende Punkt für den naheliegenden Einwand “darf eine KI überhaupt Bewerber aussortieren?”: Die KI darf das nicht - sie darf nur vorschlagen. Wer über die Absage entscheidet, sieht jeden KI-Vorschlag als solchen markiert, mit Begründung, bevor er entscheidet. So greift die menschliche Aufsicht auf den KI-Anteil zu, nicht an ihm vorbei. Wie diese Schicht architektonisch durchgreift, zeigt der Decision Layer im Detail.

Der Nachweis entsteht zur Laufzeit, nicht nach der Klage

Ein KI-Vorschlag ohne integrierten Nachweis ist im Streitfall wertlos: Er ist nicht reproduzierbar, und es ist nicht dokumentiert, welche Eingaben ihn erzeugt haben. Genau das verlangt aber sowohl der EU AI Act mit der automatischen Aufzeichnung jeder Bewertung als auch - im Ernstfall entscheidend - die Beweislastumkehr des AGG.

Deshalb trägt beim Agenten jeder Schritt seinen Nachweis bei sich: welches K.O.-Kriterium über welche Regel griff, wie die KI welchen Skill-Match begründete, welche Auffälligkeit markiert wurde, wer die Shortlist oder Absage entschied und mit welcher sachlichen Begründung - append-only, nicht nachträglich änderbar. Dieser Decision-Log ist exakt der Entlastungsbeweis, den ein Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht braucht: Er belegt, dass merkmalsfrei gefiltert wurde, dass die KI nur vorschlug und dass ein Mensch sachlich entschieden hat. Aus einem Klage-Risiko wird so ein belegbarer Vorgang. Der Druck dahinter ist real - offene Stellen bleiben in Deutschland im Schnitt monatelang unbesetzt, Screening-Tempo ist also teuer. Aber Tempo, das vor Gericht zusammenbricht, ist teurer.

Ein Verfahren, das der Betriebsrat unterschreibt - über dem System, nicht statt ihm

Der Agent konkurriert nicht mit Ihrem Bewerber-System. Gegen SAP SuccessFactors, Workday oder Personio auf der Workflow-Achse anzutreten wäre aussichtslos - dort entscheiden Marktanteil und Integration. Der Agent legt sich als Entscheidungs- und Nachweis-Schicht darüber: Sie behalten Ihren Bewerber-Prozess, und er macht die Auswahl prüfbar. Die getroffene Entscheidung fließt in das bestehende System zurück, ohne Doppelpflege.

Was hinzukommt, ist nicht ein weiteres Tool, sondern die Lösung für das eigentliche Nadelöhr im regulierten Recruiting: das Gremium. Setzt der Arbeitgeber KI für Auswahlrichtlinien ein, ist das nach Paragraph 95 Abs. 2a BetrVG mitbestimmungspflichtig - der Betriebsrat muss zustimmen, bei Streit entscheidet die Einigungsstelle. Eine Blackbox-KI bringt das Gremium in die Defensive und damit oft zum Nein. Ein Verfahren, dessen Auswahlkriterien offen und dessen Decision-Log vorlagefertig sind, dreht das um: Der Betriebsrat wird vom Hindernis zum Verbündeten, weil er nachvollziehen kann, wonach ausgewählt wird und dass kein Algorithmus über Absagen entscheidet. Dasselbe Verfahren überzeugt parallel den Datenschutz, der eine Folgenabschätzung für das KI-Recruiting verlangt.

Der nächste Schritt ist keine Software-Einführung, sondern eine Bestandsaufnahme: An welcher Stelle Ihres Auswahlprozesses trifft heute faktisch ein Score die Vorentscheidung, und wie belastbar ist die Begründung dahinter, wenn ein abgelehnter Bewerber sie vor dem Arbeitsgericht in Frage stellt? Wie diese Bestandsaufnahme im Detail abläuft, zeigt der Recruiting-Agent.

Auf einen Blick

  • Was er tut: bereitet die Bewerber-Vorauswahl vor - Regelwerk filtert, KI begründet, der Mensch entscheidet die Absage - und protokolliert jeden Schritt nachvollziehbar
  • Klassifikation: Hochrisiko-System nach EU AI Act (Anhang III Nr. 4a); Einstufung steht fest, Stichtag voraussichtlich Dezember 2027 (Stand: Mai 2026)
  • Entscheidungslogik: K.O.-Kriterien regelbasiert, Skill-Match als KI-Vorschlag, Auswahl und Absage beim Menschen (Vier-Augen-Prinzip)
  • Compliance-Anker: Artikel 22 DSGVO ohne automatisierte Absage, Paragraph 22 AGG mit Beweislastumkehr, Paragraph 95 Abs. 2a BetrVG mit Mitbestimmung bei KI, Paragraph 164 SGB IX zum Schwerbehindertenschutz
  • Integration: Schicht über SAP SuccessFactors, Workday oder Personio - kein Ersatz
  • Streitfall: jede Entscheidung bis zum Auswahlkriterium rückverfolgbar, der Decision-Log als AGG-Entlastungsbeweis und Betriebsrats-Vorlage

Micro-Decision-Tabelle

Wer entscheidet bei diesem Agent?

8 Entscheidungsschritte, aufgeteilt nach Decider

50%(4/8)
Regelwerk
deterministisch
25%(2/8)
KI-Agent
modellbasiert mit Confidence
25%(2/8)
Mensch
explizit zugewiesen
Mensch
Regelwerk
KI-Agent
Jede Zeile ist eine Entscheidung. Aufklappen zeigt die Entscheidungsakte und ob man anfechten kann.
K.O.-Kriterien aus dem Anforderungsprofil prüfen Erfüllt die Bewerbung die Pflicht-Qualifikation, geforderte Berufsjahre, das Sprachniveau oder die Führerschein-Klasse? Regelwerk

Diese Kriterien stehen deterministisch im Anforderungsprofil und enthalten keine geschützten Merkmale - reproduzierbar und damit AGG-fest.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Formale Vollständigkeit prüfen und Eingang bestätigen Sind Lebenslauf, Anschreiben und Pflicht-Angaben vorhanden, und geht die Datenschutz-Information nach Art. 13 DSGVO raus? Regelwerk

Eine reine Pflichtfeld-Prüfung folgt einer festen Regel ohne jede Bewertung des Menschen.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Skill-Match zwischen Lebenslauf und Anforderungsprofil bilden Wie gut decken sich die nachgewiesenen Qualifikationen mit dem geforderten Profil? KI-Agent Mitarbeiter

Die KI extrahiert die Qualifikationen, gewichtet sie und liefert je Treffer eine nachvollziehbare Begründung; sie schlägt eine Reihenfolge vor und entscheidet nichts.

Entscheidungsakte

Modell-Version und Confidence Score
Eingabedaten und Klassifikationsergebnis
Entscheidungsgrund (Erklärbarkeit)
Audit Trail mit vollständiger Nachvollziehbarkeit

Anfechtbar: Ja - vollständig dokumentiert, durch Menschen überprüfbar, Einspruch über formalen Prozess.

Anfechtbar durch: Mitarbeiter

Auffälligkeiten in der Bewertungs-Verteilung markieren Weicht die Verteilung der Scores statistisch auffällig nach einem Merkmal wie Alter oder Geschlecht ab? KI-Agent WP/BP

Die KI flaggt statistische Auffälligkeiten als Prüf-Indiz, die rechtliche Bewertung als Diskriminierung trifft der Mensch.

Entscheidungsakte

Modell-Version und Confidence Score
Eingabedaten und Klassifikationsergebnis
Entscheidungsgrund (Erklärbarkeit)
Audit Trail mit vollständiger Nachvollziehbarkeit

Anfechtbar: Ja - vollständig dokumentiert, durch Menschen überprüfbar, Einspruch über formalen Prozess.

Anfechtbar durch: WP/BP

Shortlist oder Ablehnung entscheiden Wer kommt auf die Shortlist, und wer erhält eine Absage? Mensch

Artikel 22 DSGVO verbietet die rein automatisierte Absage, und Paragraph 22 AGG verlangt eine menschlich verantwortete, dokumentierte Begründung - der Recruiter entscheidet, bei Ablehnung im Vier-Augen-Prinzip.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Schwerbehindertenvertretung vor einer Ablehnung anhören Liegt eine Bewerbung einer schwerbehinderten Person vor, und ist die SBV beteiligt? Mensch

Die Beteiligungs- und Begründungspflicht nach SGB IX ist eine gremienseitige menschliche Aufgabe und nicht automatisierbar.

Entscheidungsakte

Entscheider-ID und Rolle
Begründung der Entscheidung
Zeitstempel und Kontext

Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.

Absage-Text ohne diskriminierende Aussagen erstellen Wie wird die vom Menschen getroffene Ablehnung formuliert und versendet? Regelwerk

Sobald der Mensch entschieden hat, füllt eine feste Vorlage den Verweis auf das Anforderungsprofil ohne Nennung geschützter Merkmale.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Decision-Log nachvollziehbar festschreiben Wie werden alle Schritte, Begründungen und die menschliche Entscheidung revisionssicher abgelegt? Regelwerk

Jeder Schritt wird append-only mit Quelle, Eingabe, Begründung und Zeitstempel protokolliert - die Grundlage für den AGG-Entlastungsbeweis und die Betriebsrats-Vorlage.

Entscheidungsakte

Regel-ID und Versionsnummer
Eingabedaten die zur Anwendung führten
Berechnungsergebnis und angewandte Formel

Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.

Entscheidungsakte und Anfechtbarkeit

Jede Entscheidung, die dieser Agent trifft oder vorbereitet, wird in einer vollständigen Entscheidungsakte dokumentiert. Betroffene Mitarbeitende können jede einzelne Entscheidung einsehen, nachvollziehen und anfechten.

Welche Regel in welcher Version wurde angewandt?
Welche Daten lagen der Entscheidung zugrunde?
Wer (Mensch, Regelwerk oder KI) hat entschieden - und warum?
Wie kann die betroffene Person Einspruch einlegen?
So setzt der Decision Layer das architektonisch um →

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Governance-Hinweise

EU AI Act III(4)(a): Hochrisiko
Dieser Agent ist ein Hochrisiko-System nach EU AI Act (Anhang III Nr. 4a), weil er Bewerbungen sichtet und bewertet. Die Hochrisiko-Einstufung selbst steht fest; nur die Compliance-Frist hat sich durch den Digital Omnibus voraussichtlich verschoben (Stand: Mai 2026). Der Agent begegnet den Pflichten strukturell: K.O.-Kriterien laufen über ein deterministisches Regelwerk, die KI liefert nur Vorschläge mit Begründung und markiert Auffälligkeiten, und die Shortlist- oder Ablehnungsentscheidung bleibt beim Menschen. Damit ist die Grenze des Artikels 22 DSGVO - keine rein automatisierte Absage - als Architektur eingebaut, nicht als Kleingedrucktes. Jeder Schritt trägt einen nachvollziehbaren Eintrag mit Quelle, Eingabe, Begründung und Zeitstempel. Genau dieser Decision-Log ist der Entlastungsbeweis, den Paragraph 22 AGG vom Arbeitgeber verlangt, und zugleich die Vorlage, die der Betriebsrat nach Paragraph 95 Abs. 2a BetrVG sehen will. Die Bewertung "diskriminiert ja oder nein" trifft immer der Mensch; die KI flaggt nur Indizien.

Bewertung

Agent Readiness 64-71%
Governance-Komplexität 74-81%
Economic Impact 78-85%
Leuchtturm-Wirkung 76-83%
Implementation Complexity 51-58%
Transaktionsvolumen Täglich

Voraussetzungen

  • Strukturierte Anforderungsprofile pro Stelle mit deterministischen K.O.-Kriterien ohne geschützte Merkmale
  • Eine Schnittstelle zum bestehenden Bewerber-System (SAP SuccessFactors, Workday oder Personio)
  • Ein definierter Entscheidungs-Workflow mit menschlicher Letztentscheidung und Vier-Augen-Prinzip bei Ablehnung
  • Wo ein Betriebsrat besteht: dessen Zustimmung zu den KI-gestützten Auswahlrichtlinien nach Paragraph 95 Abs. 2a BetrVG
  • Eine Datenschutz-Folgenabschätzung für die KI-gestützte Bewerberverarbeitung

Infrastruktur-Beitrag

Das dokumentierte Bewertungsverfahren - jede Entscheidung mit Begründung und sichtbarem R/A/H-Label - wird zum Standard für jeden Agenten, der personenbezogene Entscheidungen vorbereitet, etwa in der Leistungsbeurteilung oder bei Beförderungen. Die Audit-Engine, die jeden Schritt nachvollziehbar protokolliert, bildet dieselbe Grundlage für alle HR-Agenten mit Entscheidungsbezug. Und die zur Laufzeit entstehende Begründungs-Dokumentation wird zur gemeinsamen Sprache gegenüber Betriebsrat und Datenschutz, sobald mehrere Agenten in denselben Personalprozess schreiben.

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  1. 1

    Titelfolie - Prozessname, Entscheidungspunkte, Automatisierungspotenzial

  2. 2

    Executive Summary - FTE-Freisetzung, Kosten pro Vorgang vorher/nachher, Break-Even-Datum, Kosten des Wartens

  3. 3

    Ausgangslage - Transaktionsvolumen, Fehlerkosten, Wachstumsszenario mit FTE-Vergleich

  4. 4

    Lösungsarchitektur - Mensch - Regelwerk - KI-Agent mit konkreten Entscheidungspunkten

  5. 5

    Governance - EU AI Act, Betriebsrat (§87 BetrVG), Audit Trail - mit Ampelstatus

  6. 6

    Risikoanalyse - 5 Risiken mit Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkung und Gegenmaßnahme

  7. 7

    Roadmap - 3-Phasen-Plan mit konkreten Kalenderdaten und Go/No-Go

  8. 8

    Business Case - 3-Szenarien-Vergleich (Nichtstun/Neueinstellung/Automatisierung) plus 3×3-Sensitivitätsmatrix

  9. 9

    Diskussionsvorschlag - Konkrete nächste Schritte mit Zeitplan und Verantwortlichkeiten

Enthält: 3-Szenarien-Vergleich

Nichtstun vs. Neueinstellung vs. Automatisierung - mit Ihrem Gehaltsniveau, Ihrer Fehlerquote und Ihrem Wachstumsplan. Die eine Slide, die Ihr CFO als erstes sehen will.

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Stundensatz: Jahresgehalt (Ihre Eingabe) × 1,3 AG-Anteil ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden

Einsparung: Vorgänge × 12 × Automatisierungsrate × Minuten/Vorgang × Stundensatz × Economic Factor

Qualitäts-ROI: Fehlerreduktion × Vorgänge × 12 × EUR 260/Fehler (APQC Open Standards Benchmarking)

FTE: Eingesparte Stunden ÷ 1.720 Jahresarbeitsstunden

Break-Even: Benchmark-Investition ÷ monatliche Gesamteinsparung (Effizienz + Qualität)

Neueinstellung: Jahresgehalt × 1,3 + EUR 12.000 Recruiting pro FTE

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Jede C-Suite-Besetzung wird zur nachweisbaren Entscheidungskette: Aufsichtsrat und Hauptversammlung bleiben am Steuer, der Agent sichert Vergütungs-Cap, Frauenquote, Bias-Audit und vertrauliche Suche prüfbar ab - statt eines diffusen Headhunter-Mandats.

W K
EU AI Act III(4)(a): Hochrisiko
Readiness: 51-58%
Economic: 66-73%
Governance: 76-83%
Micro-Decisions: 15
Monatlich

Interview-Scheduling-Agent

Ein Scheduling-Agent beschleunigt die Interview-Phase nur dann rechtssicher, wenn er Termine optimiert und jede Auswahlentscheidung beim Menschen lässt.

W
EU AI Act III(4)(a): Hochrisiko
Readiness: 78-85%
Economic: 54-61%
Governance: 24-31%
Micro-Decisions: 14
Täglich

Stellenanzeigen-Agent

Stellenanzeigen erstellen, AGG-konform prüfen, zielgerichtet veröffentlichen.

D K
EU AI Act III(4)(a): Hochrisiko
Readiness: 71-78%
Economic: 56-63%
Governance: 58-65%
Micro-Decisions: 8
Wöchentlich

Häufige Fragen

Trifft die KI die Auswahlentscheidung?

Nein. Die K.O.-Kriterien folgen einem deterministischen Regelwerk, die KI liefert einen Skill-Match mit Begründung und markiert Auffälligkeiten. Die Shortlist- oder Ablehnungsentscheidung trifft immer ein Mensch, bei einer Absage im Vier-Augen-Prinzip - die KI darf nie der letzte Schritt vor einer Absage sein.

Ist KI-gestütztes Bewerber-Screening überhaupt erlaubt?

Ja, aber unter Auflagen. Nach Artikel 22 DSGVO ist nur die rein automatisierte Absage verboten - die Entscheidung muss ein Mensch tragen. Nach Anhang III Nr. 4a EU AI Act ist solches Screening ein Hochrisiko-System mit Pflichten zu Logging, Transparenz und menschlicher Aufsicht. Der Agent ist genau so gebaut: KI schlägt vor und begründet, der Mensch entscheidet, jeder Schritt ist dokumentiert.

Gilt der EU-AI-Act-Stichtag für Hochrisiko-Systeme nicht ab August 2026?

Die Einstufung als Hochrisiko gilt - der Stichtag rutscht aber voraussichtlich. Der ursprüngliche Termin 2.8.2026 wurde durch den Digital Omnibus auf voraussichtlich Dezember 2027 verschoben (politische Einigung vom 7.5.2026, formale Veröffentlichung im Amtsblatt noch ausstehend, Stand: Mai 2026). Wir kommunizieren das bewusst ehrlich: Hochrisiko bleibt Hochrisiko, also baut man die Governance jetzt richtig - statt zweimal.

Wie hilft der Agent bei einer AGG-Diskriminierungsklage?

Legt ein abgelehnter Bewerber Indizien für Diskriminierung vor, kehrt Paragraph 22 AGG die Beweislast um - der Arbeitgeber muss beweisen, dass nicht diskriminiert wurde. Bei einer Blackbox-KI ist dieser Gegenbeweis praktisch unmöglich. Der Decision-Log liefert ihn: Er zeigt, dass die K.O.-Kriterien merkmalsfrei waren, dass die KI nur einen begründeten Vorschlag machte und dass ein Mensch die Entscheidung mit sachlicher Begründung getroffen hat. Bei Verstoß drohen bis zu drei Monatsgehälter Entschädigung (Paragraph 15 AGG).

Was hat der Betriebsrat damit zu tun?

Setzt der Arbeitgeber KI für Auswahlrichtlinien ein, ist das nach Paragraph 95 Abs. 2a BetrVG mitbestimmungspflichtig und braucht die Zustimmung des Betriebsrats. Der Agent macht aus dieser Pflicht einen Vorteil: Auswahlkriterien und Decision-Log sind betriebsrats-vorlagefertig. Statt einer Blackbox, die das Gremium blockieren muss, bekommt der Betriebsrat ein nachvollziehbares Verfahren, dem er zustimmen kann.

Ersetzt der Agent unser bestehendes Bewerber-System?

Nein. Der Agent legt sich als Entscheidungs- und Nachweis-Schicht über den bestehenden Bewerber-Prozess. Die Auswahlentscheidung fließt in Ihr System (SAP SuccessFactors, Workday oder Personio) zurück - Sie behalten Ihr System und machen die Auswahl prüfbar.

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