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Infrastructure & Technology

KI-Infrastruktur in die bestehende IT-Landschaft integrieren

Wie AI-Agenten und LLMs in SAP-, Workday- und Cloud-Landschaften integriert werden – ohne Greenfield, ohne Schatten-IT, ohne Plattformwechsel.

Gosign 7 Min. Lesezeit

Das Integrationsproblem

Die meisten Unternehmen haben keine leere IT-Landschaft. Sie haben SAP, Workday, SuccessFactors, DATEV, SharePoint, branchenspezifische Systeme, gewachsene Middleware und etablierte Sicherheitsarchitekturen. Das ist kein Hindernis für KI – es ist die Realität, in die KI passen muss.

Das häufigste Scheitern von KI-Projekten in Unternehmen liegt nicht an der Technologie. Es liegt daran, dass KI als isoliertes System eingeführt wird – neben der bestehenden IT, nicht in ihr. Das erzeugt Schatten-IT, Datensilos und Governance-Lücken.

Der richtige Ansatz: KI-Infrastruktur als Integrationsschicht, die bestehende Systeme verbindet, nicht ersetzt.

Architekturprinzip: Integration Layer, nicht Plattformwechsel

Eine Enterprise-KI-Infrastruktur besteht aus vier Schichten, die sich in jede bestehende IT-Landschaft einfügen.

Die unterste Schicht ist die Systemanbindung. Konnektoren zu SAP (über RFC, OData, BAPIs), zu Workday (über REST-APIs), zu DATEV, SharePoint, E-Mail-Systemen und branchenspezifischen Anwendungen. Diese Konnektoren lesen und schreiben Daten – die Quellsysteme bleiben unverändert.

Darüber liegt die Orchestrierungsschicht. Hier laufen die AI-Agenten: Document Agents, die eingehende Dokumente lesen und klassifizieren. Workflow Agents, die Prozesse systemübergreifend steuern. Knowledge Agents, die Fragen auf Basis von Unternehmenswissen beantworten.

Die dritte Schicht ist der Decision Layer. Er trennt die KI-Analyse von der Geschäftsentscheidung. Das Modell empfiehlt, der Mensch entscheidet. Jede Entscheidung wird dokumentiert, versioniert und ist auditierbar.

Die oberste Schicht ist das Interface: ein einheitliches Chat-Interface für Mitarbeiter oder direkte System-zu-System-Integration ohne menschliche Interaktion.

Konkret: Wie ein AI-Agent in eine SAP-Landschaft integriert wird

Ein Beispiel aus der Praxis: Krankmeldungsverarbeitung.

Der Mitarbeiter sendet die Krankmeldung per E-Mail oder über ein Portal. Ein Document Agent erkennt den Dokumenttyp, extrahiert die relevanten Felder (Name, Zeitraum, Diagnosegruppe) und validiert die Daten gegen die Betriebsvereinbarung. Über den SAP-Konnektor prüft er die Personalstammdaten, berechnet die Entgeltfortzahlung und bereitet die Buchung vor.

An dieser Stelle greift der Decision Layer: Liegt der Fall innerhalb der automatisierbaren Regeln (Standardfall, keine Auffälligkeiten), wird die Buchung dem zuständigen Sachbearbeiter zur Freigabe vorgelegt. Liegt eine Auffälligkeit vor (Häufung, Fristüberschreitung, fehlende Daten), wird eskaliert.

Die SAP-Instanz wurde zu keinem Zeitpunkt modifiziert. Der Agent arbeitet als externe Integrationsschicht, die über Standard-APIs kommuniziert. Die bestehenden Berechtigungskonzepte, Netzwerkzonen und Audit-Prozesse gelten unverändert.

Was die IT-Architektur leisten muss

Für eine saubere Integration braucht die KI-Infrastruktur vier Eigenschaften.

Erstens: API-first. Jede Kommunikation zwischen Agent und Quellsystem läuft über dokumentierte APIs. Keine direkten Datenbankzugriffe, keine proprietären Schnittstellen.

Zweitens: Mandantenfähigkeit. In Konzernstrukturen müssen Agenten mandantenspezifisch konfigurierbar sein – unterschiedliche Regeln, unterschiedliche Systeme, unterschiedliche Compliance-Anforderungen pro Gesellschaft.

Drittens: Logging und Audit. Jede Interaktion zwischen Agent und Quellsystem wird geloggt – wer hat was wann gelesen, geschrieben, entschieden. Das ist nicht optional, das ist die Grundlage für Governance by Design.

Viertens: Rollback-Fähigkeit. Wenn ein Agent einen Fehler macht, muss jede Aktion rückgängig gemacht werden können. Das setzt transaktionsorientierte Kommunikation mit den Quellsystemen voraus.

Kein Greenfield, kein Plattformwechsel

Der häufigste Einwand von CIOs: „Wir können nicht noch ein System einführen.” Und dieser Einwand ist berechtigt.

Deshalb ist die KI-Infrastruktur kein neues System im klassischen Sinne. Sie ist eine Schicht, die sich in die bestehende Architektur einfügt. SAP bleibt SAP. Workday bleibt Workday. Die Netzwerkarchitektur bleibt bestehen. Die Sicherheitsrichtlinien bleiben gültig. Der Agent ist ein zusätzlicher Teilnehmer im bestehenden Ökosystem – mit denselben Regeln, denselben Kontrollen, denselben Audit-Anforderungen.

Bei Gosign bauen wir KI-Infrastruktur als Integrationsschicht: in Azure, GCP oder Self-Hosted, verbunden mit den Systemen die bereits da sind. Keine Schatten-IT. Agenten werden Teil der bestehenden IT-Governance – nicht eine neue Parallelwelt.

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Häufige Fragen

Muss ich meine bestehende IT-Landschaft umbauen für KI?

Nein. Eine Enterprise-KI-Infrastruktur wird als zusätzliche Schicht in die bestehende Architektur integriert. SAP bleibt ERP, Workday bleibt HR-Plattform. Die KI-Schicht liest, schreibt und orchestriert über APIs und Konnektoren.

Wie kommunizieren AI-Agenten mit SAP?

Über SAP-Standard-APIs (RFC, OData, BAPIs) und Middleware. Der Agent liest Daten, verarbeitet sie und schreibt Ergebnisse zurück. Die SAP-Instanz wird nicht modifiziert – der Agent arbeitet als externe Integrationsschicht.

Was passiert mit meinen bestehenden Sicherheitsrichtlinien?

Sie bleiben vollständig gültig. AI-Agenten unterliegen denselben Netzwerk-, Zugriffs- und Compliance-Regeln wie jedes andere System. Sie werden in bestehende Architekturboards und Security-Prozesse integriert.

Welcher Prozess soll Ihr erster Agent übernehmen?

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