Crew-Reisekosten sind kein Erfassungsproblem. Sie sind ein Governance-Problem.
Wenn Cockpit-, Kabinen- und Bodenpersonal per Definition reist, erzeugt jeder Umlauf einen steuerlichen Sachverhalt. Wechselnde Länderpauschalen, Crew-spezifische Tarifverträge, Schichtlogik und Betriebsvereinbarungen. Der Travel Decision Layer zerlegt jeden Crew-Reisekostenvorgang in auditierbare Mikro-Entscheidungen und definiert für jeden Schritt: Regelwerk, Tarifvertrag oder Mensch.
Komplexität
Fünf Dimensionen, die Expense-Tools nicht abbilden können
Die meisten Expense-Tools sind für gelegentliche Geschäftsreisen gebaut: Ein Mitarbeiter reist, füllt ein Formular aus, der Vorgesetzte genehmigt. In Crew-Organisationen funktioniert das nicht. Nicht weil das Volumen hoch ist, sondern weil fünf Komplexitätsdimensionen zusammentreffen, die Standardtools nicht abbilden können.
Jeder Mitarbeiter reist. Immer.
In Crew-Organisationen ist Reisen nicht die Ausnahme, sondern die Norm. Jeder Umlauf erzeugt einen Reisekostenvorgang. Bei Hunderten von Umläufen pro Tag ist manuelle Erfassung keine Option, sondern ein Systemfehler.
Mehrere Rechtskreise pro Diensttag
Ein einzelner Umlauf kann drei, vier oder fünf Länder an einem Diensttag berühren. Jedes Land hat eigene Pauschalen. Die Aufenthaltsdauer bestimmt, ob der volle oder gekürzte Satz gilt. Die Kombination ändert sich mit jedem Umlauf.
Tarifverträge überschreiben Gesetzesrecht
Cockpit, Kabine, Boden und Technik haben typischerweise verschiedene Tarifverträge. Tarifvertragliche Spesensätze können gesetzliche Pauschalen überschreiben. Betriebsvereinbarungen fügen eine weitere Regelebene hinzu. Ergebnis: Derselbe Umlauf kann je nach Personalgruppe unterschiedlich berechnet werden.
Unregelmäßigkeiten sind normal
Verspätungen, Hotelwechsel, Crew-Repositioning, zusätzliche Layover. Jede Unregelmäßigkeit (IROP) ändert Ort, Dauer und damit die steuerliche Berechnung. Expense-Tools erwarten geplante Reisen. Crew-Betrieb ist von Natur aus volatil.
Governance im Volumen
Wenn Tausende Mitarbeiter täglich identische Fälle erzeugen, multipliziert sich jeder systematische Fehler. Falsche Pauschale bei 50 Umläufen pro Tag bedeutet: Tausende Fehlberechnungen pro Monat. Betriebsprüfungsrisiko ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Risiko.
Ein Umlauf. 40 bis 120 Mikro-Entscheidungen.
Ein Crew-Mitglied fliegt einen Drei-Tages-Umlauf mit Layover. Der Decision Layer zerlegt diesen in einzelne Entscheidungsschritte:
| Schritt | Entscheidung | Entscheider | Begründung |
|---|---|---|---|
| 1 | Umlauf aus Einsatzplan lesen | Automatisch | Datenimport, keine Entscheidung |
| 2 | Länderfolge bestimmen | Regelwerk | GPS oder Plan: welche Länder, welche Dauer |
| 3 | Pauschale pro Land wählen | Regelwerk | Länderspezifische Sätze nach BMF |
| 4 | Tarifvertrags-Override prüfen | Regelwerk | Crew-spezifischer TV überschreibt gesetzliche Sätze |
| 5 | Mahlzeitenkürzung berechnen | Regelwerk | Gestellte Mahlzeiten kürzen Pauschale deterministisch |
| 6 | IROP klassifizieren | AI | Verspätung, Umleitung, Repositionierung: AI klassifiziert Typ |
| 7 | IROP-Auswirkung neuberechnen | Regelwerk | Geänderte Dauer oder Land: Pauschale neu berechnen |
| 8 | Layover-Hotel prüfen | AI + Regelwerk | AI extrahiert Hoteldaten, Regelwerk prüft Policy-Konformität |
| 9 | Kostenstelle zuordnen | Regelwerk | Umlauf zu Flotte, Flotte zu Kostenstelle |
| 10 | Audit-Akte erzeugen | Automatisch | Versiegelte Entscheidungsakte pro Umlauf |
Architektur und Implementierung
Der Travel Decision Layer läuft auf Gosigns Enterprise-Infrastruktur: EU Data Residency, containerisiert, mandantenfähig, keine externen Abhängigkeiten. Für Aviation-Konfigurationen bedeutet das: Anbindung an Crew-Planungssysteme, Verarbeitung von Umlaufdaten in Echtzeit und tarifvertragsspezifische Regelwerke pro Personalgruppe. Typische Pilotprojekte starten innerhalb von 3 Monaten mit einer Crew-Gruppe und einem Tarifvertrag.
Häufige Fragen zur Aviation-Konfiguration
Kann der Decision Layer mehrere Tarifverträge gleichzeitig verarbeiten?
Ja. Jede Personalgruppe (Cockpit, Kabine, Boden, Technik) kann ein eigenes Tarifvertrags-Regelwerk haben. Der Decision Layer wählt das korrekte Regelwerk pro Mitarbeiter pro Umlauf basierend auf der Personalgruppenklassifikation.
Wie werden IROPs (Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb) behandelt?
AI klassifiziert den Typ der Unregelmäßigkeit (Verspätung, Umleitung, Repositionierung). Das Regelwerk berechnet dann die steuerlichen Auswirkungen basierend auf dem tatsächlichen Umlauf statt dem geplanten. Der Audit Trail dokumentiert sowohl den Originalplan als auch die tatsächliche Ausführung.
Integriert sich das System mit Crew-Planungssystemen?
Der Decision Layer ist konfigurierbar für den Import von Umlaufdaten aus gängigen Crew-Planungssystemen. Die Integration mappt Einsatzpläne auf steuerrelevante Ereignisse, ohne dass Crew-Mitglieder Daten manuell erfassen müssen.
Was ist mit grenzüberschreitenden Umläufen innerhalb eines Diensttages?
Der Decision Layer berechnet Pauschalen für jedes berührte Land während eines Diensttages und wendet den korrekten Satz basierend auf der Aufenthaltsdauer in jeder Jurisdiktion an. Dies geschieht deterministisch, nicht geschätzt.
Wie komplex ist Ihre Crew-Reisekostenlogik?
In der Aviation-Simulation konfigurieren wir den Decision Layer mit Ihren realen Szenarien: Ihre Tarifverträge, Ihre Umläufe, Ihre Crew-Gruppen.
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