Forderungsmanagement-Agent
Forderungsalter analysieren, Ausfallrisiken bewerten und Wertberichtigungsbedarf ermitteln.
Berechnet die Forderungsalterstruktur, bewertet Ausfallrisiken pro Debitor mit KI-Scoring, ermittelt den Wertberichtigungsbedarf und überwacht Kreditlimits. Strategische Entscheidungen wie Zahlungsvereinbarungen und Factoring bleiben beim Menschen.
Score-Dashboard
Was dieser Agent tut
Forderungsmanagement geht über den Mahnlauf hinaus: Es beantwortet die Frage, welche Forderungen realistisch einbringbar sind und wo Wertberichtigungen gebildet werden müssen. Bei einem Forderungsbestand von mehreren Millionen Euro hat die Bewertung unmittelbare Bilanzwirkung.
Der Decision Layer zerlegt das Forderungsmanagement in acht Entscheidungsschritte. Forderungsalterstruktur, Kreditlimit-Überwachung und Reporting sind vollständig regelbasiert. Das Ausfallrisiko-Scoring nutzt KI-Modelle basierend auf Zahlungsverhalten, Branchenrisiko und externen Bonitätsdaten. Wertberichtigungsentscheidungen (Einzelwertberichtigung vs. Pauschalwertberichtigung) erfordern teilweise menschliches Ermessen. Zahlungsvereinbarungen, Factoring-Bewertung und Eskalation an die Rechtsabteilung sind strategische Entscheidungen.
Das Ergebnis: DSO (Days Sales Outstanding) wird transparent. Ausfallrisiken werden frühzeitig erkannt. Und der Wertberichtigungsbedarf ist für den Wirtschaftsprüfer nachvollziehbar dokumentiert.
Micro-Decision-Tabelle
Forderungsalterstruktur berechnen Wie verteilen sich die offenen Forderungen nach Alter? Regelwerk
Arithmetische Berechnung aus Fälligkeitsdaten
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Ausfallrisiko-Scoring Wie hoch ist das Ausfallrisiko pro Debitor? KI-Agent
ML-Modell basierend auf Zahlungsverhalten und Bonitätsdaten
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - vollständig dokumentiert, durch Menschen überprüfbar, Einspruch über formalen Prozess.
Wertberichtigungsbedarf ermitteln Muss eine Einzel- oder Pauschalwertberichtigung gebildet werden? Regelwerk WP/BP
Pauschale nach Altersstruktur regelbasiert, Einzelfall erfordert menschliches Ermessen
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Anfechtbar durch: WP/BP
Kreditlimit-Überwachung Ist das Kreditlimit des Debitors überschritten? Regelwerk
Schwellenwert-Prüfung gegen konfiguriertes Limit
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Zahlungsvereinbarung vorschlagen Soll eine Ratenzahlung oder Stundung angeboten werden? Mensch
Verhandlungsentscheidung mit Kundenbeziehungs-Abwägung
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.
Factoring-Bewertung Lohnt sich der Verkauf der Forderung? Mensch
Strategische Entscheidung unter Berücksichtigung von Kosten und Risiko
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.
Reporting Wie werden DSO, Aging und Ausfallrisiken reportet? Regelwerk
Aggregation und Formatierung nach konfigurierten KPIs
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - Regelanwendung prüfbar. Einspruch bei fehlerhafter Datenbasis oder falscher Regelversion.
Eskalation an Rechtsabteilung Soll die Forderung gerichtlich geltend gemacht werden? Mensch
Strategische Entscheidung mit Kosten-Nutzen-Abwägung
Entscheidungsakte
Anfechtbar: Ja - über Vorgesetzten, Betriebsrat oder formalen Einspruch.
Entscheidungsakte und Anfechtbarkeit
Jede Entscheidung, die dieser Agent trifft oder vorbereitet, wird in einer vollständigen Entscheidungsakte dokumentiert. Betroffene (Mitarbeiter, Lieferanten, Prüfer) können jede einzelne Entscheidung einsehen, nachvollziehen und anfechten.
Voraussetzungen
- ERP-System mit Debitorenbuchhaltung und offenen Posten
- Historische Zahlungsdaten für ML-Training (mind. 24 Monate)
- Bonitätsdaten-Provider (Creditreform, Bisnode o.ä.)
- Definierte Kreditlimits und Wertberichtigungsrichtlinien
Governance-Hinweise
GoBD-relevant: Wertberichtigungen sind bilanz- und steuerrelevant. HGB §253 (Bewertung von Forderungen), EStG §6 (Bewertung). Die Unterscheidung zwischen Einzel- und Pauschalwertberichtigung hat steuerliche Konsequenzen. Der Decision Layer dokumentiert jede Bewertungsentscheidung: Risiko-Score, angewandte Methode, Berechnungsgrundlage. Für den Wirtschaftsprüfer nachvollziehbar.
§203 StGB-relevante Daten werden Ende-zu-Ende verschlüsselt und nie im Klartext an KI-Modelle übergeben.
Beitrag zur Verfahrensdokumentation
Infrastruktur-Beitrag
Der Forderungsmanagement-Agent etabliert die Risiko-Scoring-Infrastruktur für den gesamten Katalog. Das ML-basierte Ausfallrisiko-Scoring wird vom Fraud-Detection-Agent (Musteranalyse) und Lieferanten-Onboarding-Agent (Risikobewertung) wiederverwendet. Die Wertberichtigungslogik bildet die Vorlage für den Rückstellungs-Agent.
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Häufige Fragen
Wie genau ist das Ausfallrisiko-Scoring?
Die Genauigkeit hängt von der Datenqualität ab. Mit 24+ Monaten Zahlungshistorie und externen Bonitätsdaten erreicht das Modell typischerweise 80-85% Trefferquote bei der Vorhersage von Zahlungsausfällen.
Wie werden Wertberichtigungen berechnet?
Pauschalwertberichtigungen basieren auf der Altersstruktur mit branchenüblichen Prozentsätzen. Einzelwertberichtigungen erfordern eine individuelle Beurteilung - der Agent liefert die Datenbasis, der Mensch trifft die Bewertungsentscheidung.
Kann der Agent verschiedene Reporting-Formate liefern?
Ja. DSO, Aging-Report, Ausfallrisiko-Heatmap, Kreditlimit-Auslastung - alle KPIs sind konfigurierbar. Reports werden automatisch zum Monatsende oder auf Abruf generiert.
Was passiert als Nächstes?
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